Reinigungsmittel – die unterschätzte Gefahr

Spülmittel, Badreiniger, WC-Steine, Entkalker…
so mancher Putzmittelschrank in unseren Haushalten entpuppt sich als reinstes Chemikalienlager.

Kübel mit Putzmitteln und Lappen

Bild: Birgit H.pixelio.de

In Summe können bis zu 5.000 Chemikalien in Innenräumen unmittelbare Mitbewohner sein. (Chem-News XVI, 7/2007). So nützlich die Helfer im Haushalt sind, so sehr sind die Inhaltsstoffe oft ein Risiko für unsere Gesundheit, für unsere Kinder und die Umwelt.
Laut einer Umfrage von IMAS (2005) putzt ein Drittel der Österreicher gern, u.a. auch, weil man dabei entspannen kann. Wem´s gefällt? Gegen Putzen an sich ist ja nichts einzuwenden, allerdings sollte man es beim Bekämpfen von Bakterien & Co. nicht übertreiben.

Tut ja jeder: Händewaschen nach dem Klo
Wo noch Nachholbedarf herrscht, ist beim Händewaschen nach dem Toilettengang. Laut einer britischen Studie finden sich auf jedem sechsten Handy Fäkalienspuren, ebenso auf PC-Tastaturen, Fernbedienungen, Türklinken, etc. Abhilfe schafft regelmäßige

Reinigung der Geräte mit „normalem“ Haushaltsreiniger.
Ätzende und reizende Reinigungsmittel verursachen nach wie vor eine große Anzahl an gesundheitlichen Schäden. Die Zahl der AllergikerInnen nimmt in den Industrieländern zu. Obwohl es inzwischen viele weniger belastende Reinigungsmittel am Markt gibt, geht der Trend eher dahin, scharfe Kraftreiniger auch für normale Verschmutzung zu verwenden.

Risiko für Kinder
Die Phantasie der Kinder wird von uns Erwachsenen manchesmal unterschätzt. Dann kommt es zu schweren Vergiftungen, weil Kinder Verpackungen und Behälter öffnen, die sie mit Zuckerln oder Getränken verwechseln. Verführerisch sind dabei „angenehme“ Duftstoffe und bunte Farben. Auf der Liste der Vergiftungsarten stehen Medikamente, Lampenöl, flüssige Grillanzünder, Reinigungsmittel und Kosmetika.

Nicht übers Ziel schiessen
Die österreichische Umweltberatung rät, auf ätzende Reinigungsmittel mit der orangenen Gefahrenstoffkennzeichnung zu verzichten. Für den Hausgebrauch sind solche Mittel völlig übertrieben. Besonders problematisch sind Produkte, die das Gefahrenstoffsymbol „ätzend“ tragen. Dazu zählen häufig Rohrreiniger, Backofenreiniger, Sanitärreiniger oder Fettlöser. Bei unsachgemäßem Gebrauch können diese Mittel zu Hautreizungen, Verätzungen sowie Schädigungen der Atemwege und der Lunge führen. Im Haushalt lassen sich solche Produkte ohne weiteres vermeiden. Häufig sind weniger gefährliche Alternativen im Angebot.

Gesundheitsgefahren: Kennzeichnung chemischer Stoffe

 Achtung: gefährliche Stoffe!

  Achtung: ätzende Stoffe!

 

 Achtung: giftige Stoffe!

 

Etikettenschwindel
Der „Bewußtkaufen-Ratgeber“ des Lebensministeriums empfiehlt, nicht auf Trittbrettfahrer unter den angebotenen Reinigern hereinzufallen. „Nicht alle Produkte, die mit besonders umweltfreundlichen Hinweisen werben, halten auch was sie versprechen. Den Konsumenten wird durch die Wortwahl oder eine speziell „natürliche” Bildsprache in der Werbung und auf dem Produkt der Glaube vermittelt, das Produkt enthalte natürliche Inhaltsstoffe oder hätte besonders umweltschonende Eigenschaften. Verlassen Sie sich deshalb nur auf kontrollierte Gütezeichen und Labels, die Umwelt- und Gesundheitsaspekte genau prüfen. Angaben wie „natürlich”, „schonend” oder „umweltfreundlich” auf der Packung, sagen noch nichts über die tatsächlichen Umweltstandards eines Reinigers aus.“
Quelle: www.bewusstkaufen.at

Umweltzeichen mit Fragezeichen

Es gibt auch sogenannte Umweltzeichen, deren Kriterien die Hersteller sich selbst verordnet haben, beispielsweise www.sustainable-cleaning.com. Das blaue Logo vermittelt beim ersten Hinschauen „Hier ist ökologisch alles in Ordnung!“, doch ein Blick auf die Website zeigt, dass große Industrieverbände dahinter stecken. In Österreich der Fachverband der Chemischen Industrie.

Gütezeichen für ökologische Reinigungsmittel
Das Europäische Umweltzeichen “Euroblume” wird vergeben von der Europäischen Kommission für Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs – mit Ausnahme von Lebensmitteln, Getränken und Arzneimitteln. Die Richtlinie fordert v.a.

  • geringe Auswirkung auf aquatische Ökosysteme
  • biologische Abbaubarkeit

 

Österreichisches Umweltzeichen.
Das ist ein Zertifikat für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Das Österreichische Umweltzeichen wird Produkten und Dienstleistungen verliehen, die gehobene Standards bezüglich ihrer Leistung im Bereich Umweltschutz und Qualität erfüllen.
Lies alles über die Kriterien für das österreichische Umweltzeichen

 

In dieser Broschüre des Umweltministers wird die Bedeutung von Chemikalien im Haushalt als mögliche Gefahrenquelle dargestellt und es werden Alternativen zu besonders gefährlichen Stoffen aufgezeigt. So kannst du akute und chronische Belastungen durch Chemikalien für dich und deine Familie weitgehend vermeiden und setzt weniger umweltschädliche Stoffe frei. Ein Haushalt mit geringer Belastung durch chemische Stoffe bringt mehr Lebensqualität, erhöht das Wohlbefinden und schützt zugleich die Umwelt.
Broschüre der Umweltberatung zu Chemie im Haushalt




2 Antworten auf Reinigungsmittel – die unterschätzte Gefahr

  1. Deutinger sagt:

    buitte senden Sie mir dieBroschüre der Umweltberatung zu Chemie im Haushalt
    (2 fach) Danake
    Christel Deutinger Stefan Zweigvstr. 18 A 5700 Zell am See

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