Buchtipp: 99 Genüsse, die man nicht kaufen kann

Selbstgemachte Köstlichkeiten aus Natur und Garten

Marillen am Baum

Bild: Sewa Golubkow.pixelio.de

„Achtung! Beim Kandieren von Veilchenblüten können Sie gegebenenfalls ins Fanatische kippen“, so warnt uns die Autorin Ute Woltron gleich auf der ersten Seite ihres Buches „99 Genüsse, die man nicht kaufen kann“. Ute Woltron ist freie Journalistin und arbeitet für den „Standard“, Ö1 und diverse internationale Medien.
Wenn die Österreicherin nicht gerade schreibt, pflegt sie mit Hingabe ihren Garten. Schon die Haptik des Buches ist appetitlich: grobes Umweltpapier mit handgeschriebenem Titel und kleinen Zeichnungen. Im Inneren erwarten dich feine Rezepte für so ausgefallene Zutaten wie Koriander, Huckleberry, Sauerampfer oder Zitronenverbene. Woltron beschreibt in ihrem Vorwort, wie sie zu den Rezepten gekommen ist: Inspiriert von internationalen Samenkatalogen probiert sie die Anzucht verschiedener Kräuter und Pflanzen in ihrem Garten.

Von KorianderliebhaberInnen und Korianderpesto

Sie lässt sich aus über die in Europa doch geringe Dichte von Korianderliebhabern und empfiehlt unbedingt ihr Korianderpesto. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, wo sie an Bächen sitzend Unmengen von Sauerampfer in sich hineinstopfte, ohne dass ihr schlecht wurde. Ihre Sauerampfersauce eignet sich gut für gegrillten Fisch. Auch bei anderen Pflanzen schöpft Woltron aus den Erinnerungen an ihre Kindheit und ihren gärtnernden Großvater. Der wusste, wie man die richtigen Marillenbäume pflanzt und ihre Großmutter, wie man die besten Marillenknödel macht, natürlich aus Kartoffelteig! Anhänger der Topfenteig-Fraktion haben bei Woltrons Knödelrezept Pech gehabt.
Auch gewiefte Garten-KräuterliebhaberInnen wissen nicht immer, was Huckleberrys sind. Die Aufklärung: Nicht die Beeren haben ihren Namen von dem Titelhelden des Mark Twain-Romans, sondern andersherum. Die in den USA wachsenden schwarz-lila Beeren erinnern an Heidelbeeren, sind aber eine eigene Sorte. Vielleicht wegen ihres giftigen Aussehens oder ihrer Struppigkeit wurde die Pflanze in den USA zum Synonym für Minderwertiges, Schäbiges. Daher kam der Titel für den Roman. Nichtsdestotrotz kann man mit Zucker und Zitronensaft aus den Beeren einen wunderbaren Brotaufstrich zaubern, der Ute Woltron vor allem wegen seiner intensiven Farbe Lila gefällt.

Huckleberry am Strauch

Bild: johnnyb/pixelio.de

„99 Genüsse, die man nicht kaufen kann – Selbstgemachte Köstlichkeiten aus Natur und Garten“,
Ute Woltron, Verlag Brandstätter, ISBN: 9783850335171

 




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