„Kinderlebensmittel“ getestet: Mehr Kosten, wenig Nutzen – „Genau hinschauen, lohnt sich!“

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Anlässlich des Welternährungstages hat die Lebensmittelaufsicht in Oberösterreich verschiedene Kinderlebensmittel unter die Lupe genommen.

So genannte Kinderlebensmittel sind in kleineren Kindergrößen verfügbar, oft auch mit besonders bunten Verpackungen und Überraschungen versehen, die mitunter suggerieren, dass sie für Kinder besonders gut geeignet wären.

LR Anschober: „Naheliegend wäre, dass solche Produkte auch an die Ernährungsbedürfnisse von Kindern angepasst sind. Doch unsere Aktion zeigt: Kinderlebensmittel sind durchschnittlich teurer und bringen wenig Nutzen, vielfach wird mit viel zu viel Zucker, mit Zusatzstoffen und Aromen hantiert. Als tägliche Schuljause sind Kinderlebensmittel nicht zu empfehlen. Genau hinschauen, lohnt sich!“

 

Insgesamt wurden im Handel 23 Produkte (davon 16 Kinderlebensmittel) als Proben entnommen und von der AGES analysiert, nach folgenden Kategorien:

  • Getränke: 8 Kinderlebensmittel, 3 Vergleichslebensmittel
  • Joghurt mit „Extras“ (z.B. Süßigkeiten, Knusperbeilagen, Müsli):

4 Kinderlebensmittel, 2 Vergleichslebensmittel

  • Schokomilch: 4 Kinderlebensmittel, 2 Vergleichslebensmittel

 

Ergebnisse

  • Die untersuchten Kinderlebensmittel unterschieden sich vom Brennwert her kaum von vergleichbaren Produkten.
  • Alle getesteten Lebensmittel enthielten viel Zucker – so dass sie nur gelegentlich in kleinen Portionen verzehrt werden sollten.
  • Unterschiede beim Fettgehalt: Bei den Joghurts enthielten die Kinderlebensmittel weniger Fett, bei der Schokomilch war es umgekehrt.
  • Die untersuchten Kinderlebensmittel waren großteils stark verarbeitet, aromatisiert und enthielten viele Zusatzstoffe, wie Konservierungs-, Süßungs- und Säuerungsmittel, Farbstoffe oder Stabilisatoren. 19 von 23 Produkten waren mit Aromen versetzt.

 

Resümee von LR Rudi Anschober

Bei vielen Kinderlebensmitteln handelt es sich um Genussmittel – die untersuchten Produktgruppen wären als Süßigkeiten einzuordnen – und sind keine wertvollen Zwischenmahlzeiten, wie seitens der Vermarktung oft suggeriert wird.

 

Bunte Kinderlebensmittel selbst zuzubereiten spart nicht nur Geld, sondern auch unerwünschte Inhaltsstoffe: Ein Joghurt mit Früchten und ein paar Schokostreuseln, Nüssen oder Keksstücken oder Milch mit etwas Kakaopulver in einer bunten Trinkflasche sind schnell zubereitet. Gekaufte Produkte können auch mit Wasser, Milch oder Naturjoghurt etwas verdünnt werden.

entnommen aus: OÖ Landeskorrespondenz, 16.10.2015



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