Warum Langeweile in den Ferien gut ist

Die Ferienzeit muss nicht immer voll ausgeplant sein. Mal die Füße hochzulagern und sich treiben zu lassen ist für die kindliche Entwicklung immens wichtig. (Foto: Michael Ermel / pixelio.de)

Die Ferienzeit muss nicht immer voll ausgeplant sein. Mal die Füße hochzulagern und sich treiben zu lassen ist für die kindliche Entwicklung immens wichtig.
(Foto: Michael Ermel / pixelio.de)

Neun Wochen frei – alleine der Gedanke stresst viele Eltern. Sogleich beginnen die Überlegungen, wie sie ihren Nachwuchs in dieser Zeit bespaßen sollen. Oft ist es aber gerade die Langeweile, die Kindern zu kreativen Höhenflügen verhilft.

Dass mit den Schulferien schlagartig auch die Langeweile kommt, hat einen einfachen Grund: Der Terminkalender von Kindern heutzutage ist dermaßen voll, dass sie unterm Jahr selten die Notwendigkeit haben, zu viel freie Zeit füllen zu müssen. Schon in der Volksschule stehen für viele Kinder mehrere Termine pro Woche an, so dass sie es schlichtweg nicht mehr gewohnt sind, mit freier Zeit umzugehen und sich alleine zu beschäftigen. Dabei schlummert in Kindern ein unglaubliches kreatives Potential: Sie denken sich Spiele aus, entwickeln spontan lebendige Tagträume und können das Nichts mit fantasievollen Inhalten füllen. Wenn man sie lässt.

Heutige Spielsachen haben oft einen einzigen Zweck mit vordefiniertem Ablauf. Noch mehr trifft dies auf Elektronik zu. Kreativität fördern Spielsachen, die nicht zweckgebunden sind, sondern sich vielfach einsetzen lassen – zum Beispiel Bauklötze.

Aus diesem Grund sollen Eltern ihre Kinder nicht permanent beschäftigen. Für Kinder ist es wichtig – nicht nur in den Ferien – genügend Zeit zur freien Verfügung zu haben. So entsteht Langeweile – nicht als quälender Zustand, sondern als Zwischenphase, bis die Kinder eine neue Spielidee entwickelt haben. Langeweile ist enorm wichtig für eine gesunde kindliche Entwicklung.

Jammert ein Kind in den Ferien dennoch über Langeweile, ist es am besten, erst einmal abzuwarten, ob es nicht von selbst eine Idee entwickelt. Wenn nichts kommt, kann man nach einiger Zeit kleine Tipps geben. Diese sollen aber nur als Anstoß dienen und keine fertigen Spielideen beinhalten. Das kann sein, mit den Rennautos oder der Lieblingspuppe zu spielen, oder die Murmelbahn aufzubauen. Je nach Alter können die Anregungen für kreatives Schaffen komplexer sein:

  • Mit einer Kamera oder dem Handy einen Film drehen
  • Ein Lied texten und vertonen
  • Einen Tanzstil oder –bewegungen lernen – auf Youtube gibt es dazu zahlreiche Tutorials
  • Kegeln – was hat man zur Verfügung, das sich zu „Kegeln“ umfunktionieren lässt?
  • Im Garten zelten
  • Basteln – z.B. mit Origami-Anleitungen von Youtube
  • Eine Nachtwanderung planen
  • Lernen über eine Slackline zu laufen
  • Steckerlbrot über einem Lagerfeuer machen
  • Im Tierheim fragen, ob Hilfe gebraucht wird

So ein Tag gibt viel her, um Ideen gegen die Langeweile zu entwickeln. Und je mehr Tage unverplant sind, desto mehr Gelegenheit hat dein Kind, mit der Langeweile umgehen zu lernen. Das ist gut für dein Kind – und für dich. Denn auch für dich ist es entspannter, wenn ihr euch als Familie auch einfach einmal treiben lassen könnt. Bis in den Vormittag hinein im Pyjama auf der Couch zu liegen, kuscheln, danach gemeinsam etwas zu kochen oder Muffins zu backen. Oft ist es gerade die gemeinsame Zeit des Nichtstuns mit den Eltern, an die sich Kinder am Intensivsten erinnern.



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