Mit dem Rad durch die alte Eisen-Zeit

Weltrekord-Feitel in Trattenbach

Weltrekord-Feitel in Trattenbach (Bild: Marco Vanek)

Entlang des Enns-Radweges gibt es viele Möglichkeiten, mehr über das Leben und Arbeiten längst vergangener Eisen-Zeiten zu erfahren.

Die Enns ist ein Gebirgsfluss mit großer Vergangenheit. Jahrhundertelang wurden darauf Holz und Eisen transportiert und in den kleinen Märkten und Dörfern sowie in den Seitentälern verarbeitet. Heute zeigen Schauwerkstätten und Museen, wie sich das damalige Leben und Arbeiten der Menschen abspielte.

Vor fünfzig Jahren wurde entlang der Enns eine Kette an Wasserkraftwerken errichtet. Entlang der Stauseen verlaufen die Eisenbahnlinie, sowie der gut markierte Ennstalradweg. Dieser beginnt aber schon in Radstatt (Pongau, Salzburg) und endet nach etwa 250km in Enns.

 

Kurzinformation:
Entlang der Enns am Radweg von Großraming über Reichraming, Losenstein, Trattenbach nach Ternberg (ca. 25km, ca. 450 Höhenmeter); gute An- und Abreisemöglichkeiten mit dem Zug aus und nach Linz, St. Valentin, Steyr; wer keine Lust oder Kraft mehr hat, steigt einfach bei der nächsten Haltestelle ein; am Wochenende fährt alle zwei Stunden ein Zug; zahlreiche Gasthöfe und Rastmöglichkeiten entlang des Weges.

 

Großraming – Reichraming (8 km)

Markierung des Ennstalradweges in OÖ

Markierung des Ennstalradweges in OÖ (Bild: Marco Vanek)

Wir wollen aber nur eine kleine Teilstrecke auf oberösterreichischer Seite befahren. Dort, wo wir in die alte Zeit der Eisen- und Holzverarbeitung eintauchen können.

Der Ennsradweg ist in Oberösterreich als R 7 markiert und geht direkt am Bahnhof Großraming vorbei. Wir fahren über den großen Parkplatz und biegen auf die Gemeindestraße ein. Bei der Ennsbrücke fahren wir geradeaus und kommen ins Rodlsbachtal. Hier können wir bereits nach einigen Kilometer beim Kutschenmuseum einen ersten Zwischenstopp einlegen (www.johannesgruber.com). Dort befindet sich eine der größten österreichischen privaten Sammlungen alter Pferde- und Jagdwägen aber auch Feuerwehr-, Brauerei-, Post-, Bäcker-, Stangen- und Leichenwägen…

Weiter geht es in einem stetigen Bergauf und Bergab immer entlang der Enns, bis wir nach etwa acht Kilometern in Reichraming eintreffen. Früher war dieser Ort ein Zentrum der regionalen Holzindustrie. Einige Kilometer weiter beginnt das Reichraminger Hintergebirge, eines der größten und auch unberührtesten Waldgebiete in Österreich, das heute ein Nationalpark ist (www.kalkalpen.at). Schon seit vielen Jahrhunderten wird dort Holzwirtschaft betrieben. Bis Anfang der 70er-Jahre gab es auch eine kleine Waldbahn, die das Holz bis zu zwanzig Kilometer aus den Wäldern heraustransportierte. Direkt im Ortszentrum steht noch eine alte Zuggarnitur. Nicht weit davon entfernt befinden sich auch das Forstmuseum sowie das Naturerlebnisbad mit einem großen Kinderspielplatz.

 

Reichraming – Losenstein (7 km)

Blick auf Losenstein

Blick auf Losenstein (Bild: Marco Vanek)

Vom Ortszentrum Reichraming geht es wieder eine Geländestufe nach oben. Nach einigen Kilometern erreichen wir den Rohrbachgraben. Von dort zweigt eine Straße ab, die direkt zu einem kulinarischen Geheimtipp führt: dem Fischwirt Damhofer. Er züchtet nicht nur Forellen und andere heimische Süßwasserfische, sondern bereitet sie auch in seinem Gasthaus zu. Wer möchte, kann dort auch die Fische selber angeln.

Einige Kilometer weiter kommen wir in den alten Nagelschmiedeort Losenstein. Früher gab es dort zahlreiche Nagelschmieden, die ihre Produkte für die gesamte Region Eisenwurzen herstellten. Im Nagelschmiedemuseum können wir die weltgrößte Sammlung alter Nägel anschauen.

Über dem Ort ist auch die Ruine Losenstein gut zu sehen. Wer möchte, kann sie auch besteigen. Von oben haben wir einen guten Blick auf den Ort Losenstein.

 

Losenstein – Trattenbach – Ternberg (10 km)

Infozentrum des Museumsdorfes

Infozentrum des Museumsdorfes (Bild: Marco Vanek)

Wir fahren weiter auf einem Güterweg nach Trattenbach ins Zentrum der Feitelmacher. Gleich beim Eingang nach Trattenbach steht das weltgrößte Taschenfeitel, kurz danach erreichen wir das Infozentrum des Museumsdorfs. Seit Jahrhunderten wird nur in diesem kleinen Tal ein ganz spezielles Klappmesser erzeugt: das Trattenbacher Taschenfeitel.

Wer möchte, kann hier einen längeren Zwischenstopp einlegen und den beschilderten Weg über das Leben der Feitelmacher begehen (Länge ca. 2 km). Besucht werden können auch ein kleines Museum sowie Schauwerkstätten, bei denen die Herstellung dieses Messers gezeigt werden. Beim Infozentrum steht auch eine Aufladestation für Elektrofahrräder.

Von Trattenbach sind es nur mehr drei Kilometer bis nach Ternberg. Auf dem Weg ins Ortszentrum queren wir die Brücke und kommen direkt zur Kirche. Dort endet auch unsere Fahrt durch die kleine Eisen-Zeit. Im Ortszentrum können wir in einer der Gaststätten oder Bäckereien Rast machen oder gleich zum Bahnhof weiterfahren.

 


Durch die alte Eisen-Zeit auf einer größeren Karte anzeigen



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