Wenn das Handy-Verbot nichts bringt

Foto: erisypel/pixelio.de

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Immer mehr des sozialen Lebens von Jugendlichen spielt sich online ab. Als Elternteil fragt man sich dann schon manchmal, was man noch tun kann, wenn der Blick des Kindes zuhause meist auf dem Smartphone oder den Computermonitor fixiert ist. Mit Verboten erreicht man jedoch höchstens Abwehrreaktionen.

Was stört uns daran, wenn die eigenen Kinder so viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen? Sei es jetzt der Fernseher, der Computer oder das Smartphone, man hat doch meist zumindest ein mulmiges Gefühl dabei, wenn der Spross so indirekt konsumiert und nur in die Welt hinaus kommuniziert, aber nicht in der eigenen Familie.

Zum einen ist man als Elternteil daran interessiert, Teil dieser Kommunikation zu sein. Man möchte wissen, was im eigenen Kind vorgeht und wünscht sich, dass es sich lieber mit einem unterhält, statt ins Handy hinein zu tippen. Zum anderen sehen wir das Online-Leben als weniger integralen Bestandteil unseres Lebens, da erst die jetzige Generation so weit damit aufgewachsen ist, dass sie parallel in beiden Lebenswelten lebt und oft beide als gleichwertig ansieht.

Wenn das abweisende Verhalten des Kindes zu viel wird oder die eigene Geduld am seidenen Faden hängt, spricht man schnell ein Verbot aus. „Nur eine Stunde am Computer pro Tag“ oder „Wenn du nicht aufpasst, nehme ich dir das Handy weg“ ist dann sofort gesagt – zeigt aber meist keine Wirkung.
 

Angebote statt Verbote aussprechen

Eine Idee für das nächste Mal, wenn man das Handy eines anderen – sei es des Kindes oder vielleicht auch des Partners oder eines Freundes – am liebsten an die Wand schmeißen würde: Wieso nicht Online-Angebote nutzen, um mit der betreffenden Person etwas gemeinsam zu unternehmen, bei dem das Handy zwar eine Rolle spielen kann, aber nicht muss?

Ganz konkret kann man sich als Elternteil z.B. dumm stellen und nachfragen, was dieses ominöse Geo-Caching denn sei und ob das Kind einem denn zeigen würde, wie es funktioniert. Idealerweise kommt man mit dem Nachwuchs ins Gespräch und unternimmt dann vielleicht sogar einen Ausflug in die Natur, auf der Suche nach einem Cache. Beliebige Wiederholbarkeit möglich.

Oder man lässt die Sprösslinge auf linz.pflueckt.at suchen, wo sich die nächsten öffentlichen Nutzbäume befinden und geht mit ihnen gemeinsam dorthin zum Obst-Pflücken. Die Möglichkeiten sind vielfältig – natürlich braucht es etwas Kreativität, um sich solche Alternativen einfallen zu lassen. Was beide daraus schöpfen, ist es aber definitiv wert, einen anderen Weg als den der Verbote zu gehen.



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