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Papa von Anfang an

Foto: Fotolia/Boggy

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Wie sich die Väter auf die Ankunft eines Kindes vorbereiten können, darüber schreibt Katharina Maderthaner in ihren Erziehungsfragen. Wenn du von der Schwangerschaft erfährst, wenn du die ersten Tritte spürst oder wenn du deinem Kind in die Augen siehst – irgendwann wird dir plötzlich wirklich klar, dass du jetzt Vater/Mutter bist. Für immer. Großzügigerweise schenkt Mutter Natur nicht nur dem Baby 40 Wochen Zeit, sich zu entwickeln und zu wachsen, sondern auch den werdenden Eltern. Du kannst dich in dieser Zeit entscheiden, dir von Anfang an schrittweise bewusst deine Rolle als Papa zu erobern. Dein Kind und deine Partnerin profitieren von deiner liebevollen Zuwendung als Vater und von deiner Unterstützung. Aus meiner Sicht als Mama habe ich ein paar Ideen gesammelt, wie du dich als Vater eures Babys von Anfang an mit einbringen kannst. Dein Kind willkommen heißen •    Ihr habt euch bewusst entschieden, nun Eltern zu werden? Ladet euer Kind zu euch ein: Sagt ihm, dass ihr es in eurer Mitte willkommen heißen möchtet und ihr euch freut, wenn es zu euch kommen möchte. •    Bestimmt hast du Fantasien, wie es sein wird als Familie. Die Wartezeit auf das Baby eignet sich hervorragend dafür, darüber zu reden: Wie stelle ich mich mir als Papa vor? Dich als Mama? Uns als Eltern? •    In den meisten werdenden Eltern werden auch Kindheitserinnerungen auf neue Weise wach. Eine Idee aus dem „Papa-Handbuch“ regt an: Schau dir Fotos an von dir als Kind mit deinem Vater – woran erinnerst du dich gern? Was würdest du dem Kind mitgeben, wenn du der Vater auf dem Bild wärst? •    Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Da tauchen Fragen und Ängste auf. Deiner Partnerin geht es sicherlich ähnlich. Das Gespräch darüber wird verbindend für euch sein. •    Durch den Austausch mit anderen Vätern und auch deinem Vater über ihr Vater-Werden kannst du wertvolle Impulse aus verschiedenen Richtungen in deinen eigenen „Stil“ einfließen lassen. •    Streichle den Babybauch, spiele, rede, singe mit deinem Kind. Es hört und spürt dich gern! •    Verfolge die Entwicklung des Babys mit: Was wächst und entwickelt sich gerade? •    Stellt zusammen alltagspraktische Überlegungen an: Wo soll das Baby schlafen, gewickelt werden, etc.? Was brauchen wir tatsächlich an Babyausstattung? Möchtest du etwas für das Baby schaffen, z.B. ein Beistellbett selbst bauen? •    Informier dich mit deiner Partnerin über die Geburt. Es wird ein intensives Erlebnis für euch beide sein. Besprecht, was du konkret tun kannst während der Geburt. Überlege auch: Wo liegen meine Grenzen? •    Bereite die Zeit nach der Geburt vor: Zum Beispiel durch Vorkochen, Einkaufen und wenn ihr zu dritt daheim seid, Besuche managen. •    Wo findest du den Klinikkoffer und was ist der kürzeste Weg in die Klinik? Deine Partnerin wird dankbar sein, sich auf dich verlassen zu können, wenn es losgeht. Während der Geburt kannst du für Trinken, Essen und Wohlbefinden der Mama sorgen, sie ausgiebig anfeuern und ihr dein Zutrauen zeigen, dass sie es schafft. •    Gratuliere, ihr habt es geschafft! Wenn es keine medizinischen Notfälle gibt, steht jetzt an erster Stelle das Bonding! Kuschle, streichle, sprich mit deinem Baby, nehmt euch Zeit zum Kennenlernen. •    Nimm im Alltag mit dem Baby die Babypflege auch selbst in die Hand und vertraue darauf, dass du einen eigenen Weg im Umgang mit deinem Kind entwickeln wirst. Bald wird sich alles sehr vertraut anfühlen. •    Und nicht vergessen: Dein Kind gewinnt durch jeden Moment deiner aufmerksamen Zuwendung, in dem es deine Liebe spürt! Richter, Robert ; Schäfer, Eberhard (2013): Das Papa-Handbuch

Für mehr Freude im Leben mit Kindern!

Katharina Maderthaner, MSc (Counseling) katharina.maderthaner@gmx.net