Mit dem „Nasenbären“ durchs Land

Ein bisschen Abenteuer-Gefühl birgt das Verreisen mit dem Wohnmobil, es braucht aber auch eine gehörige Portion Organisation und Lust am Autofahren.

Ein bisschen Abenteuer-Gefühl birgt das Verreisen mit dem Wohnmobil. Es braucht aber auch eine gehörige Portion Organisation und Lust am Autofahren.

Urlaub mit dem Wohnmobil wird immer mehr hip – gerade auch für Familien ist es eine interessante Urlaubsalternative. Das bezeugen in den letzten Jahren stetig steigende Verkaufs- und Verleihzahlen in Deutschland und Österreich. Die Branche boomt. Gründe für den Wohnmobil-Boom sind die hohen Kosten für Familien-Pauschalreisen, aber auch der Gedanke des entschleunigten, nachhaltigen, frei von allen Zwängen Urlaubens lässt viele auf das Camper kommen. Nicht zuletzt spielen auch Ängste vor Terroranschlägen eine Rolle. So liegt der Gedanke nahe, das eigene, weitgehend sichere Land zu erkunden. Viele liebäugelten schon mit einem eigenen Wohnmobil. Wenn man dann aber den Preis für ein neues Heim auf vier Rädern sieht, vergeht oft der Guster. Dabei vergessen viele, dass ein gut gewartetes und liebevoll behandeltes Womo auf dem Gebrauchtmarkt mit ein bisschen Glück preiswert zu haben ist. Außerdem halten sich dann die Kosten für Urlaube und Wochenendausflüge in Grenzen. Eine Überprüfung des Technischen vom Profi ist anzuraten. Für wen also ist diese Art des Reisens eine wirkliche Empfehlung? Nun, als jahrzehntelange Womo-Reisende hier ein paar Erfahrungswerte: -    Ein bisschen Abenteurer sollte schon in einem stecken. Man genießt grenzenlose Freiheit, was Zeit, Ort und Standplatz anbelangt, was Vor- und Nachteile hat. In den ersten Jahren unseres Womo-Daseins brauchten wir nach dem Urlaub dringend Erholung, weil wir in drei Wochen natürlich möglichst das gesamte Urlaubsland erkunden wollten. Aber, man lernt dazu! -    Handwerkliches Verständnis schadet nicht, da gerne mal irgendetwas nicht funktioniert, wenn man mitten in der Pampas steht und auf weiter Flur keine Menschenseele, geschweige denn eine Werkstatt zu finden ist. -    Mindestens einer in der Familie sollte gerne Autofahren und zwar weite Strecken. -    Natürlich gehört so ein Urlaub gut geplant, denn einiges sollte man unbedingt dabei haben, schließlich fährt man vermutlich auch in einsame Gegenden. Das organisierte Verstauen zum späteren leichten Wiederfinden alles Notwendigen ist für eine vierköpfige Familie oft kein leichtes Unterfangen. Dafür hat man schon vieles mit und muss es nicht jedes Mal wieder vor Ort neu kaufen. Was sich zum Teil auch für Lebensmittel empfiehlt. -    Sollte man als Einstieg einen Urlaub mit gemietetem Womo planen: Gut so! Aber möglichst nicht durch anfängliche Unsicherheiten mit dem Auto stressen lassen (Strom, Gas, Wasser,…), das wird zur Routine. Am besten ist es, man holt sich vorab Ratschläge bei Freunden, die schon alte Wohnmobilisten-Hasen sind. -    Sehr bewährt hat sich seit dem allerersten Womo-Trip ein ständig erweitertes bzw. an die Bedürfnisse (früher Windeln und Babybrei, heute Skateboard und Scooter) angepasstes Notizbuch, in dem alles steht, was eingepackt werden muss. Die Liste wird jedes Jahr aufs Neue abgehakt. Dann kann schon nichts mehr schiefgehen. -    Mit an Bord ist alles, was man will: Fahrräder, Surfboards, Motorboot (aufblasbar), Motorrad,…  eines wird einem auf einem Womo-Trip mit Sicherheit nicht: langweilig! Und das gilt auch für die Kinder (egal welchen Alters)! -    Ich liebe vor allem dieses Robinson-Feeling: Eigentlich leben wir im Urlaub ständig im Freien. Aber falls es mal regnet oder man sich zurückziehen will, hat man dafür auch die Möglichkeit. Wir fahren seit 20 Jahren mit dem Wohnmobil in Urlaub. Mit der Zeit und der Geburt unserer Kinder haben wir jeweils die Größe und Ausstattung unseres Gefährts angepasst. Als die Jungs soweit waren, dass sie dringend ihren eigenen Bereich als Rückzugsort brauchten, sind wir auf ein Modell umgestiegen, das zwei Stockbetten integriert hat. Nun sind wieder alle zufrieden und relaxt. Vorab also die Bedürfnisse abklären, was Größe und Ausstattung anbelangt und eventuell auf eine Womo-Messe schauen. Wir sind mit einem Nasenbären-Wohnmobil immer gut gefahren. Insider wissen, dass damit ein Womo mit fixer Schlafkabine über dem Fahrerhaus gemeint ist. Buchtipps: Reiseführer für alle denkbaren Destinationen mit übersichtlichen Touren-Vorschlägen: -    „Womo-Reihe“, Herausgeber: WOMO-Verlag, D-98634 Mittelsdorf/Rhön Praktische Tipps für Kauf, Betrieb und Leben an Bord: -    „Die Campingbus-Bibel“ von Martin Dorey, Motorbuch Verlag Adresse für Ersatzteile, Reparatur, (gebrauchte) Womos, Campingartikel: -    www.pusch-wohnwagen.at, Zentrale Gmunden Katalog: -    www.fritz-berger.de

Daniela Christl



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