Die Binas mit einem amharischen Alphabet

Die Adoptiveltern Sylvia und Erich Bina mit dem amharischen Alphabet. Damit lernen die Adoptivkinder ihre Muttersprache

„Wer sich darauf einlässt, braucht einen langen Atem“, meint Sylvia Bina-Waldl. Im Gespräch mit Grünschnabel erzählen sie und ihr Mann Erich Bina über die drei Jahre bittere Erfahrungen mit der Adoption ihrer beiden Kinder aus Äthiopien. Die zermürbende Bürokratie verlangte den Binas viel ab. Die Hoffnung, ihren Adoptivsohn Banko ein halbes Jahr nach der Adoption in Äthiopien mit nach Österreich mitnehmen zu können, hatte sich schnell zerschlagen. Die Ausreise gestaltete sich mehr als schwierig, obwohl alle Papiere zusammengetragen waren und alle Genehmigungen vorlagen.

„Wissen Sie, eine Mutter ist immer eine Mutter, aber eine Adoptivmutter wird auf Herz und Nieren geprüft. Das ist grundsätzlich auch richtig, aber wir haben das manchmal als sehr erniedrigend empfunden. Unsere Hoffnungen haben sich immer wieder in Luft aufgelöst“, sagt Erich Bina.

Doch schlussendlich wurde 2010 dann endlich ein Visum ausgestellt und der inzwischen 6-jährige Banko konnte zu seinen Adoptiveltern kommen. Kurz darauf kam auch seine Zwillingsschwester Cary nach.

Den Binas ist wichtig, dass ihre Kinder ihre Herkunftskultur kennen und auch ihre äthiopische Muttersprache Amharisch weitersprechen. Dafür engagierten sie extra einen äthiopischen Lehrer, der regelmäßige Übungen mit den Kindern macht. Auch Kontakt zu den leiblichen Eltern besteht.

Die Zwillinge haben sich sehr gut eingelebt und gehen in eine internationale Schule in Linz.

 

Tipp:

„Wir empfehlen Adoptionswilligen, die ein Kind aus einem Entwicklungsland adoptieren möchten, sich sehr gut vorher über den Ablauf und die Bedingungen zu informieren. Am besten wendet man sich an Eltern, die bereits Erfahrungen in dem entsprechenden Land gemacht haben. Wir können Familien, die Äthiopien ins Auge gefasst haben, gerne zur Seite stehen, damit man unnötige Probleme vermeidet“, sagt Erich Bina.

 

Äthiopien hat 84 Millionen Einwohner, von denen rund die Hälfte unterernährt ist. Im Süden des Landes gibt es so gut wie keine Infrastruktur, viele Kinder gehen nicht in die Schule. Die Zukunft kann aber nur in Bildung liegen. Deshalb haben die Binas den Verein “Äthiopien morgen/Ethiopia tomorrow” gegründet, der eine Schule in der Region Dimeka mit 408 Kindern unterstützt. Das Gebäude wurde von den Einheimischen selbst gebaut. Im Rahmen des Projektes flechten obdachlose äthiopische Mütter Körbe, die in Österreich verkauft werden. Durch die Einnahmen wird ein Lehrer finanziert. Die Erlöse gehen 1:1 nach Äthiopien, Reise- und Transportkosten tragen die Binas.

3 Geflochtene Körbe

Geflochtene Körbe von Müttern aus Äthiopien

 

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann entweder direkt spenden, oder Körbe kaufen.

Preis ab 5 Euro je nach Ausführung und Größe (ab Durchmesser 10 cm).

  • Oberbank-Spendenkonto: 00881123228
  • BLZ 15120
  • Empfänger: Sylvia Bina-Waldl

 

  • Kontakt: Tel. 0664/204 02 03
  • sylvia.bina-waldl@ooe.gv.at
  • erich.bina@gmx.at

 

 Isabel Höglinger

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