6.12. Kerzen ganz einfach selber machen

Kerzen machen ist eigentlich kinderleicht.

Kerzen sind eine energiesparende und stimmungsvolle Alternative zu elektrischer Beleuchtung. Außerdem bleiben sehr oft Kerzenwachsreste von nicht ganz abgebrannten (Adentkranz-)Kerzen übrig, die du ganz leicht in hübsche neue Kerzen verwandeln kannst. Achtung, auch ein guter Geschenketipp! 😉

Kerzen werden meist aus Paraffin her­gestellt, das aus Mineral­öl gewonnen wird. Aber es gibt auch Kerzen aus nach­wachsenden Roh­stoffen. Nicht alle gelten als nach­haltig, wie zum Beispiel Palmöl, Soja oder Raps aus Übersee. Weitere Alter­nativen sind Stearin (aus pflanz­lichen oder tierischen Fetten) und Bienen­wachs. Empfehlens­wert sind Kerzen aus pflanz­lichen und nach­haltigen Roh­stoffen, also wie beim Essen: am besten vegan, bio und regional. Bei Tee­lichtern solltest du auf Schalen aus Aluminium ver­zichten und statt­dessen wieder­verwend­bare aus Glas oder Edel­stahl benutzen.

Und so machst du dir deine eigenen Kerzen:

Aus Kerzenresten, Wachsstückchen oder Wachspellets lassen sich ganz leicht eigene Kerzen herstellen. Man kann sie mit Färbewachs einfärben und in verschiedenen Formen gießen.

  • Das brauchst du: Alte Kerzen, Wachsreste, alter Topf, Band aus Naturfaser, Pappbecher, Holzstäbchen
  • Und so geht’s:
  1. Auf mittlerer Temperatur das Wachs in einem alten Topf zum Schmelzen bringen. Mit einer Gabel kannst du alte Dochtreste aus dem flüssigen Wachs entfernen.

Zu deiner Gieß-Form: Es eignen sich alle möglichen Gefäße – möglichst aus Pappe, aber auch aus Plastik (Joghurtbecher), wenn du sie ohnehin schon zuhause hast – die sich zerschneiden bzw. reißen lassen. Einige Becher haben Strukturen, die an der Kerze einen schönen Effekt ergeben. Du kannst das Wachs auch in ein hübsches Glasgefäß geben. Dann sollte die Kerze natürlich im Glas bleiben, eh klar! In diesem Fall ist wichtig, dass das Glas nicht zu schmal ist, damit noch genügend Sauerstoff zur Flamme strömen kann.

2. Über die Pappbecher wird ein Holzstäbchen gelegt, um das du mittig eine Naturfaserschnur bzw. einen gekauften Docht bindest. Das eine Ende tauchst du kurz in Wachs, damit es schön gerade bis auf den Boden des Bechers hängt.

3. Das geschmolzene Wachs ein paar Minuten abkühlen lassen und dann vorsichtig mit Küchenhandschuhen, damit du dich nicht verbrennst, in die Becher gießen. Der Docht sollte noch ein paar Zentimeter über das Wachs hinausgucken.

4. Nun musst du warten, bis das Wachs ausgehärtet ist. Dabei sinkt das Wachs etwas in sich zusammen und es entsteht eine Mulde. Wenn dir das nicht gefällt, kannst du diese mit flüssigem Wachs aufgießen, oder auch nicht.

5. Der Docht wird knapp unter dem Holzstäbchen abgeschnitten und die Pappe wird um die Kerze herum abgeschält. Fertig!

6. Noch ein kleiner Tipp: Falls bei dir die Kerze beim Herausarbeiten ein wenig zu viele Kratzer abbekommen hat, dann kannst du sie wieder glätten, indem du die jeweiligen Stellen kurz über eine Flamme hältst.

  • Bezugstipp: Alles rund um Bienenwachs, -kerzen, -zubehör… gibt’s zB. beim Imkerhof Linz: www.imkereizentrum.at
  • Buchtipp: Nowottnik, K.: Kerzen ziehen und gießen. Gestalten mit Wachs. Verlag Leopold Stocker, Graz.

Imker Klaus Nowottnig zeigt die Herstellung von Kerzen in den unterschiedlichsten Größen, Techniken und Formen sowie der Anwendung von Bienenwachs in der Naturkosmetik und für die Holz- und Lederpflege.

Daniela Christl

 

 



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