Wasser: Vom Lebensmittel zum Lifestyleprodukt

Trinkwasser aus der Leitung – für uns alle eine Selbstverständlichkeit.

Hände schöpfen Wasser aus Bach

Bild: Günter Havlena.pixelio.de

Dabei leben wir ÖsterreicherInnen im Vergleich zum Rest der Weltbevölkerung auf einer Insel der „Wasser“-Seligen. Das Wasser aus der öffentlichen Versorgung hat eine Top-Qualität, wird als „Lebensmittel“ permanent kontrolliert und steht uns unbegrenzt rund um die Uhr zur Verfügung.

In Oberösterreich ist Trinkwasser sogar als besonders schützenswertes Gut in die Landesverfassung aufgenommen.
Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Jeder Mensch nimmt täglich etwa 2 Liter reines Trinkwasser zu sich. Es gibt kein anderes Lebensmittel, das unser Körper in derart großen Mengen benötigt. Schon aus diesem Grund müssen wir an unser Trinkwasser höchste Qualitätsansprüche stellen.

 

Wasserverbrauch pro Person und Tag
Quelle: Greenpeace

  • Baden/Duschen 55 Liter
  • WC 32 Liter
  • Waschmaschine 25 Liter
  • Körperpflege 10 Liter
  • Garten 9 Liter
  • Geschirrspüler 8 Liter
  • Wohnung 7 Liter
  • Kochen/Trinken 4 Liter
    Gesamt: 150 Liter

Die ÖsterreicherInnen liegen mit ihrem Wasserverbrauch in Europa im Mittelfeld. Deutschland und Belgien verbrauchen etwas weniger Trinkwasser. Spanien, die Schweiz und Italien mit bis zu 250 Litern wesentlich mehr.

Das Plastikflaschen-Desaster
Wasser ist das Lebensmittel Nummer Eins und wird von uns nur allzu gerne in der leichten und praktischen Plastikflasche gekauft. Für Wasser in der Flasche legen wir gerne verhältnismäßig viel Geld auf den Tisch.
Für die Wellness- und Lifestyle-Idylle bezahlen wir und verursachen mit unserem Wasser aus der Plastikflasche ein ökologisches Desaster. Wer sein Trinkwasser am heimischen Hahn zapft, der spart Geld und schont die Umwelt.   

 Erdkugel mit Wasserspender

Bild: reinobjektiv/Fotolia.com

Milliarden Plastikflaschen jährlich weltweit
Der Verbrauch von Flaschenwasser und Limonaden boomt. Ein Großteil der Plastikflaschen wird nicht recycelt. Der Anteil der Pfand-Glasflaschen nimmt stetig ab. Da auf Plastikflaschen in Österreich kein Pfand ist, landen viele Plastikgebinde auf der Straße – hui – schnell aus dem Autofenster. Ganze 450 Jahre dauert es, bis Plastik komplett zersetzt ist.

Flaschenwasser ist teurer als Leitungswasser
KritikerInnen bezeichnen Flaschenwasser als einen der besten Marketingtricks unserer Zeit. Denn dass sich hinter Bezeichnungen wie „Tafelwasser“ ein extrem überteuertes, mit Kohlensäure und anderen Stoffen versetztes Leitungswasser verbirgt, ahnen die wenigsten. Aber auch das übrige Flaschenwasser ist in der Regel um einiges teurer als das Leitungswasser.

Luxuswasser

Plastikwasserflasche aus Japan

Bild: asahigroup-holdings.com

Rokko No Mizu – das teuerste Wasser der Welt stammt aus dem Rokko-Gebirge in Japan.
Ein Liter kostet 124 Euro. Erstaunlich: Es kostet vor Ort nicht einmal einen Euro pro Liter.

Für den Preis von zwei Litern (Supermarkt-)Mineralwasser bekommt man in Österreich rund 200! Liter Leitungswasser. Abgesehen vom Preis sprechen vor allem ökologische Aspekte, in einigen Fällen sogar gesundheitliche Aspekte, für das Wasser aus der Leitung. Auf das lästige Schleppen von Wasserkisten, für die dann wieder die Fahrt mit dem Auto nötig ist, kann man verzichten.

 

Wassersprudler: bequem und ohne Müll zu Hause Wasser trinken
Wem Wasser aus der Leitung á la nature schmeckt, hält einfach ein Glas unter den Wasserhahn. Wer´s etwas dekorativer mag, verwendet eine schöne Karaffe für den Familientisch.
Wer auf Kohlensäure nicht verzichten möchte, dem sei ein Wassersprudler empfohlen. Die Kosten für die einmalige Anschaffung liegen zwischen 50 und 80 Euro. Der Sprudler enthält einen Kohlensäurenzylinder. Dieser reicht für rund 60 Liter Wasser. Danach tauscht man ihn für ca. 12 Euro gegen einen vollen aus. Die mit Kohlensäure gefüllte Flasche kann man im Kühlschrank aufbewahren und sogar mit verschiedenen Geschmackszusätzen zu Limonaden machen. Die Sprudler gibt es in verschiedenen flotten Designs. Für unterwegs oder die Schuljause lassen sich kleine Thermosflaschen ideal mit Wasser füllen und bleiben so auch noch kühl.

Wasserbelebung, Wasserveredelung
Granderwasser und viele andere Produkte versprechen eine Belebung und Veredelung des Wassers. Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn die versprochenen Wirkungen nicht überprüfbar sind. Wasserbelebungsgeräte helfen sicher jenen, die damit viel Geld verdienen. 



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