Warum Mehrweg mehr bringt

Mehrweg-Flaschen verbrauchen weniger Ressourcen und fördern die regionalen Produzenten. (Foto: Lupo/pixelio.de)

Mehrweg-Flaschen verbrauchen weniger Ressourcen und fördern die regionalen Produzenten. (Foto: Lupo/pixelio.de)

Mehrwegflaschen gelten als eine akut „bedrohte Art“, die mehr und mehr aus Supermarktregalen verschwindet. Oft fragt man sich, ob Mehrwegflaschen wirklich die „bessere“ Verpackung sind. Immerhin muss die Getränkeverpackung auch gereinigt werden, während die Einwegflasche ohnehin recyclet wird. Im direkten Vergleich zeigen sich die Vorteile.

Für Supermärkte und Firmen erfüllen Einwegverpackungen den Zweck am besten – sie transportieren den Inhalt. Mehrwegflaschen hingegen sind umständlicher. Sie erfordern einen größeren Personalaufwand und die Möglichkeit, die Flaschen zu retournieren. Wenig verwundert es daher, dass Mehrwegflaschen zunehmend aus Supermärkten verschwinden.
Dabei zeigt sich rein am Beispiel der Bierflasche, wie sinnvoll der Einsatz von Mehrweg ist.
Mehrweggetränkeverpackungen sind insgesamt ökologisch und volkswirtschaftlich vorteilhafter als Einweggetränkeverpackungen, vor allem bei regionalen Wirtschaftskreisläufen. Als eines der wenigen Getränke ist Bier in den meisten Geschäften noch in Glas-Mehrwegflaschen erhältlich. Im Vergleich zu Mehrwegflaschen sind Bierdosen drei mal klimaschädlicher. Bier in Einwegglasflaschen verursacht sogar fünf mal mehr Treibhausgasemissionen als Mehrweg-Bier.
Dosen aus Aluminium sind nicht nur für das Klima schlecht, sondern bringen auch weitere negative Auswirkungen mit sich. Das aluminiumhältige Bauxit wird oft unter fragwürdigen ökologischen und sozialen Bedingungen abgebaut. Aluminium wird daraus mit hohem Energieverbrauch gewonnen, und es fällt giftiger Rotschlamm an, der in Auffangbecken lagert. Bricht der Damm eines solchen Auffangbeckens, kommt es zu einer ökologischen und menschlichen Katastrophe wie 2010 in Ungarn.
Mehrwegflaschen hingegen haben viele Vorteile:

1. Mehrweg vermeidet Abfall: Durch die Rückgabe der Flasche in der Supermarktfiliale leistet man einen wichtigen Beitrag dazu, dass Müll erst gar nicht entsteht.
2. Mehrweg schützt Natur und Ortsbild: Einwegflaschen und Dosen werden zunehmend achtlos weggeworfen, verunreinigen Städte, Gemeinden, Landschaft und Gewässer und verursachen hohe Entsorgungskosten. Die Entsorgungs- und Reinigungskosten müssen alle tragen.
3. Mehrweg spart Energie: Obwohl Mehrwegflaschen transportiert, gereinigt und wiederbefüllt werden, verbraucht das Mehrwegsystem deutlich weniger Energie als Einweggebinde, da der Energieaufwand bei der Erzeugung um ein Vielfaches größer als bei der Wiederbefüllung ist.
4. Mehrweg schützt das Klima: Die meisten negativen Umweltauswirkungen von Getränkeverpackungen entstehen bei der Herstellung und da schneidet Einweg schlecht ab. Eine Einweg-Glasflasche ist fünfmal klimaschädlicher als eine Mehrwegglasflasche.
5. Mehrweg spart Rohstoffe: Mehrwegflaschen aus Glas werden etwa 40 Mal wieder befüllt. Daher verbrauchen sie nur einen Bruchteil der Rohstoffe, die zur Herstellung von Einweggebinden benötigt werden. Einweg-Glasflaschen brauchen 50 Mal mehr Rohstoffe, Kunststoff-Einwegflaschen rund 17 Mal mehr Rohstoffe.
6. Mehrweg unterstützt die regionale Wirtschaft: Mehrwegsysteme funktionieren am besten in regionalen Wirtschaftskreisläufen. Mit Mehrweggetränken helfen Sie bei der Sicherung von regionalen Arbeitsplätzen im Handel.
7. Mehrweg ist Qualität: Glas-Mehrwegflaschen stehen aus lebensmittelhygienischer Sicht für höchste Qualität. Die Getränke sind länger haltbar und optimal geschützt. Es gibt keine chemischen Reaktionen zwischen Flasche und Getränk.
8. Mehrweg spart bares Geld: Der Getränkehersteller verwendet bei Mehrweg die Flasche mehrfach, spart dadurch Kosten und kann das Getränk günstiger verkaufen.

So kannst du Mehrweg aktiv unterstützen:
• Kaufe Getränke nach Möglichkeit in Mehrwegverpackungen.
• Bevorzuge möglichst regionale Getränkemarken, wie z.B. Hasenfit-Säfte oder Freistädter Bier.
• Machen Sie Werbung für Mehrwegverpackungen.

 

Manuela Hoflehner



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