Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei Schultaschen und weiteren Schulartikeln

Anfang September ist es wieder soweit: In ganz Österreich sitzen junge Madln und Burschen neugierig im Klassenzimmer und erleben ihren ersten Schultag. Neben der Aufregung um MitschülerInnen und LehrerInnen freuen sie sich auch über ihre Schultaschen und alle weiteren Schulartikel, die sie ab der Einschulung begleiten.

Bild: Evgenia Tiplyashina/Fotolia.com

Beim Kauf dieser Produkte sollten Eltern zwar darauf achten, dass sie den ABC-Schützen gefallen – ansonsten werden Letztere die Sachen nur widerwillig oder gar nicht verwenden wollen. Dennoch sind für viele Erziehungsberechtigte andere Faktoren wichtiger. Neben Preisgestaltung und Ergonomie achten immer mehr moderne Eltern beim Kauf von Schultaschen und anderen Schulbedarfsartikeln auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Schultaschen und Schulrucksäcke

Von klobigen Tornistern haben sich die Behältnisse zum Tragen des Schulzeugs zu bunten, kindgerechten Produkten entwickelt. Um deren Ergonomie zu verbessern, wurden stufenlos verstellbare Träger integriert, Bauch und gegebenenfalls Brustgurte entwickelt und an die kindliche Rückenentwicklung angepasste Rückenflächen („S-Form“) eingepasst. Doch viele HerstellerInnen sparen ein aktuelles Thema weiterhin aus: die Nachhaltigkeit.

Den ABC-Schützen sollen in ihrer Schulzeit nach und nach Werte wie Respekt und Vernunft im Umgang mit ihren Mitmenschen vermittelt werden. Doch dies sollte sich nicht auf Menschen in Österreich beschränken. Nachhaltigkeit bedeutet, dass Rucksäcke und Schultaschen unter fairen Bedingungen für die am Herstellungsprozess beteiligten ArbeiterInnen im Ausland fabriziert werden. Darüber hinaus beachten die ProduzentInnen konsequent aktuelle Umweltschutzbedingungen und gehen mit sämtlichen Ressourcen schonend und sparsam um. Ein Beispiel sind die Modelle von Ergobag. Sie bestehen komplett aus recycelten PET-Flaschen. Somit tragen Eltern beim Kauf zwar im kleinen Rahmen, jedoch aktiv zum Umweltschutz bei. Dies können sie durch umsichtiges Einkaufen auch beim Rest des Schulbedarfs fortsetzen.

Stifte

In vielen Artikeln, die Schulkinder für ihren Alltag benötigen befinden sich gesundheitsgefährdende Weichmacher wie etwa BBP, DPB oder DEHP. Gerade bei Stiften findet sich häufig das Lösungsmittel Benzol, welches krebserregend ist. Bei Faserstiften sind auch Konservierungsmittel enthalten. Diese Stoffe bergen zahlreiche Gefahren, so etwa mittel- und langfristig die Gefahr der Veränderung des Erbgutes. Deshalb sollten verantwortungsvolle Eltern am besten statt den vielfach benutzten Markern unlackierte Stifte aus Holz kaufen, welche dicke und weiche Mienen enthalten.

Wer dennoch nicht auf Faserschreiber verzichten kann, findet mittlerweile eine ansprechende Auswahl an nachfüllbaren Stiften auf Wasserbasis. Dasselbe gilt für Füller, die mit Tinte aufgefüllt werden können. Allerdings sollten sich Eltern hier auf blaue und schwarze Tinte beschränken. Die anderen Farben können gefährliche Substanzen enthalten. Tintenkiller haben giftige Inhaltsstoffe und erzeugen Plastikmüll. Sie sind vom Standpunkt der Nachhaltigkeit aus die unerfreulichste Erscheinung unter den Stiften und sollten unbedingt vermieden werden.

Papier, Umschläge, Ordner

Für Recycling- und Umweltschutzpapier existieren mittlerweile strenge Regeln. So entfallen bei deren Herstellung die umweltschädliche Chlorbleiche und die Faserproduktion. Dabei sind ihre Weiße, ihre Reißfestigkeit und ihre Haltbarkeit heutzutage vergleichbar mit der von herkömmlichem, gebleichtem, weißem Papier.

Daher sollten Eltern sich überlegen, letzteres durch Recycling- und Umweltschutzpapier zu ersetzen. Umweltschutzpapier besteht zu 100 Prozent aus gebrauchten Papierbeständen. Ein weiterer Hinweis: der „Blaue Engel“ garantiert, dass Papiere lediglich fünf Prozent an Neufasern enthalten. Auch Buchumschläge, weitere Hüllen, Hefte und Ordner können aus Altpapier bestehen und müssen nicht aus Plastik hergestellt sein.

Weitere Artikel  und Hinweise

Bei Wasserfarbkästen sollten die einzelnen Farben austauschbar sein. Sie sollten darüber hinaus ungiftig hergestellt sein, da Grundschulkinder dazu neigen, Dinge in den Mund zu nehmen. Bei Spitzern kann man manchmal das Messer austauschen – dies ist sinnvoller, als den gesamten Spitzer wegzuschmeißen.

Allgemein sollten Eltern lieber einmal größere Investitionen tätigen, da die Produkte dann länger halten. Auch bei Klebern können Lösungsmittel enthalten sein, Klebestifte sind häufig nicht so schädlich. Nicht lackierte Holzlineale mit Metalleinlage (beispielsweise aus Buche) sind haltbarer und Plastiklinealen vorzuziehen. Radiergummis aus Naturkautschuk enthalten keine schädlichen Weichmacher.

 




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