Restlküche: Weil Lebensmittel zu schade zum Wegwerfen sind

Ein Drittel aller Lebensmittel, die weltweit produziert werden, landet im Müll statt auf dem Teller. Damit tun wir auch unserer Geldbörse keinen Gefallen: 300 Euro pro Jahr werfen wir in den Mistkübel. Die kreative Restlküche hilft dabei, Geld zu sparen und weniger zu entsorgen.

Alles Gemüse im Kühlschrank fix in die Pfanne geworfen - beim Kochen darf man ruhig kreativ werden.

Alles Gemüse im Kühlschrank fix in die Pfanne geworfen – beim Kochen darf man ruhig kreativ werden.

Hand auf’s Herz, wie oft landen bei dir Lebensmittel im Müll? Wer gerne und oft zuhause mit frischen Lebensmitteln kocht, kommt schon hin und wieder in die Situation, dass etwas im hintersten Eck des Kühlschranks ein trauriges Dasein verfristet hat und nur noch reif für die Tonne ist. Hauptgründe dafür sind:

 

  • Man hat keinen Überblick über die Vorräte zuhause und kauft deshalb ohne rechten Plan ein
  • Supermarktangebote waren zu verlockend – 3 zum Preis von 1 und die 50% Ermäßigung auf Lebensmittel, die bald ablaufen, sind manchmal schwer zu widerstehen
  • Jemand hat überraschend etwas zu essen mitgebracht

Auch möglich, aber weniger ins Gewicht fallen, dass Lebensmittel falsch gelagert wurden oder man irgendwie doch keine Lust auf das Gekaufte hatte. Manchmal überschätzt man sich auch einfach mit den Mengen, wenn man für eine größere Gruppe an Gästen kocht.
Der erste Schritt, mehr im Geldbeutel und weniger im Mistkübel zu haben ist einfach: Mach einen kurzen Vorrats-Check vor dem Weg zum Supermarkt und schreibe dir eine Einkaufsliste. Dazu musst du natürlich auch im Voraus planen, was in den nächsten Tagen auf den Tisch kommen soll.
Bleibt dennoch etwas übrig, kannst du die Rest vielfältig verwenden:

  • Eiweiß ist perfekt für Süßspeisen, z.B. Kokosbusserl oder Schaumrollen. Es lässt sich auch gut einfrieren.
  • Schinken und Wurst lässt sich gut in ein Kartoffelgröstl reinschneiden oder zu Schinkenfleckerl verarbeiten.
  • Milchprodukte wie Topfen, Rahm und Schlagobers sind oft noch Wochen haltbar, nachdem das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Sie können zum Backen statt Butter verwendet werden.
  • Mit Käse lassen sich Brote überbacken oder Gemüsepfannen verfeinern.
  • Gemüse passt in jeder Variation in Gemüsesuppen oder Wok-Pfannen.
  • Brot kann zu Brotwürfeln für die Suppe verarbeitet werden.
  • Kekse kannst du zerstampfen und statt Mehl im Kuchen verwenden.
  • Schokolade peppt fein zerrieben das Frühstücksmüsli auf.
  • Mit offenem Wein und Sekt kannst du Saucen, Risotto oder Eintöpfe verfeinern. Mit Gewürzen und Honig kannst du aus Wein an kalten Wintertagen einen aromatischen Glühwein zaubern.
Restlrezepte
Restlsuppe: Von Käse bis Gemüse

Wenn Käse, Wein, Gemüse übrig sind.
Must-Have: 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 25 g Butter, 700 ml Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, Zitronensaft
Variante Käsesuppe: 100 ml Weißwein, 150g Käsereste (je würziger, desto besser), 150 g Sauerrahm
Variante Gemüsesuppe: 1 Kartoffel, Gemüse nach Wahl

Zubereitung: Zwiebel, Knoblauch und eventuell Gemüse schälen, fein schneiden. In Butter glasig dünsten. Mit Wein (wenn vorhanden) und Brühe ablöschen. Zugedeckt etwa 15 Min. kochen lassen. Bei der Käse-Variante den Sauerrahm und Käse jetzt in die Suppe geben, unter Rühren den Käse schmelzen lassen. Die Suppe pürieren. Mit Salz, Pfeffer und wenig Zitronensaft abschmecken.

 

Gemüseeintopf

Must-Have: 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 2 EL Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Chili
Reste: Gemüse nach Wahl, ev. Gekochtes Fleisch oder Tofu, Wein, frische Kräuter

Zubereitung: Zwiebel fein schneiden, in Öl glasig dünsten. Tomatenmark undgehackten Knoblauch kurz mitrösten. Die restlichen Zutaten in den Topf geben. Mit Salz und Pfeffer würzen, je nach Konsistenz mit Wasser oder Wein aufgießen und 20 Minuten köcheln lassen.

 

Tiroler Gröstl

Must-Have: 4 gekochte Erdäpfel, 1 Zwiebel, Öl, Salz, Pfeffer
Reste: Fleisch-, Wurst- oder Speckreste, Gemüsereste, Schnittlauch

Zubereitung: Zwiebel fein hacken und mit den Kartoffeln in einer Pfanne in Öl anbraten. Die Fleisch- bzw. Gemüsereste etwas später hinzugeben und mitbraten. Mit Salz, Pfeffer und Schnittlauch abschmecken.

 

Gemüse-Wok

Must-Have: 2 Tassen Reis oder die selbe Menge an Kartoffeln, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, Öl, Salz, Pfeffer
Reste: Gemüse nach Wahl
Variante „cremig“: Kokosmilch, Curry, Garam Masala
Variante „Purist“: Sojasauce, Leinsamen

Knoblauch und Zwiebel klein schneiden und in Öl anbraten. Separat entweder Reis oder Kartoffeln weich kochen. Das Gemüse ins Wok geben, anbraten, entweder mit Sojasauce oder Kokosmilch ablöschen und leicht dünsten. Je nach Variante mit Curry abschmecken oder die Leinsamen hinzufügen.

Manuela Hoflehner



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