Die Jagd nach der Schönheit

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Kann man Schönheit umverteilen? Die Frage klingt seltsam, in der Praxis ist sie jedoch schon gang und gebe. Wenn die Schönheit  zur Ware wird, können sich die Reichen durch Schönheits-OPs den Traum chirurgisch verwirklichen – und bald auch genetisch.

Im Alltag verhalten wir uns so, als ob schönere Menschen tatsächlich auch die besseren Menschen seien und deshalb eine andere Art von Aufmerksamkeit und Zuwendung verdienten als die weniger attraktiven Menschen.

Die Schönheit als Geschenk der Natur ist dabei das eine. Die Schönheit als Resultat von Training, Kosmetik und Chirurgie ist das andere.

Erst eine Gesellschaft, die den Zusammenhang zwischen Anerkennung, Liebe und Erfolg mit der Schönheit der Erscheinung kappt, setzt ihr Mitglieder nicht mehr dem Druck aus, das Selbstwertgefühl durch die radikale Manipulation des Körpers zu steigern.
Von einer solchen Gesellschaft sind wir heute weiter entfernt denn je.
(Auszug aus Konrad Paul Liessmann in: DIE PRESSE)
 

Hier die Meinung einer 17-jährigen Schülerin zu diesem Thema:

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“Der Aufsatz “Jagd nach der Schönheit“, in „die Presse“ aus dem Jahr 2009, wurde von Konrad Paul Liessmann verfasst, der sich besonders mit dem Thema Schönheitswunsch und -wahn auseinandersetzt. Er berichtet, dass die heutige Gesellschaft einen immer größeren Wert auf das Aussehen der Menschen legt und die Schönheitsindustrie dadurch immer mehr Umsatz macht. Bei manchen ist die Schönheitschirurgie schon fast zum Alltag geworden, sie sind unzufrieden mit ihrem Aussehen und denken, wie auch manchen Studien belegen, dass schönere Menschen mehr beachtet werden.

Wir sind alle verschieden – und das ist auch gut so! Doch leider haben trotzdem viele ein genaues Schönheitsbild vor Augen. Die als oft perfekt bezeichnete „Barbie-Puppe“, ja so wollen viele gerne aussehen. Eine auf natürlichem Wege fast unerreichbare schlanke Taille zu besitzen, lange Wimpern und lange blonde Haare – davon profitiert die Schönheitsindustrie, die mittlerweile schon zu den erfolgreichsten Wirtschaftszweigen zählt. 

Manche Leute legen mehr Wert auf Schönheit und schminken sich auch schon für den einfachen Lebensmitteleinkauf – anderen ist dies weniger wichtig. Liessmann ist der Meinung, dass Menschen, die sich der Schönheitsindustrie verweigern, unter mangelnder sozialer Akzeptanz leiden. Schönere Leute bekommen mehr Komplimente, manche behaupten, diese hätten auch im Job mehr Chancen und sogar beim Gericht würden sie bevorzugt. Dann ist es doch den Menschen, in einer Gesellschaft, wo soviel Wert auf Äußeres gelegt wird, nicht zu verübeln, wenn sie durch Schönheit krampfhaft versuchen ihr Selbstwertgefühl zu steigern? Leider werden der Charakter und die inneren Werte immer unbedeutsamer, da kann der nette Nachbarsjunge mit Brille und Pickel im Gesicht noch so hilfsbereit sein. Traurig – doch leider ist dies im Alltag fast immer so. Oder warum werden meistens die Dickeren, und somit nicht dem Schönheitsideal entsprechenden, so oft zu Mobbingopfern?

Vor allem Mädchen werden häufig so dargestellt, als bräuchten sie am Morgen Stunden zum Schminken, Duschen und Ankleiden. – Ich bin eindeutig nicht so. Abgesehen davon, hätte ich nicht einmal so viel Zeit. Das bedeutet aber nicht, dass ich keinen Wert auf mein äußeres Erscheinungsbild lege. Sicher ist es mir wichtig, wie ich auf andere wirke, und ich glaube, jeder, der dies für sich verneint, belügt sich ein bisschen selber. Doch eine Person kann noch so hübsch sein, der Charakter ist und bleibt für mich das Wichtigste. Ich will liebe, lustige und hilfsbereite Freunde – und die habe ich Gott sei Dank – und keine Mädchen, die alle zehn Minuten auf die Toilette rennen, um sich zu schminken.

Es gibt sicher einige „Tipps und Tricks“, wie man sein Äußeres schöner machen kann. Vor allem junge Leute lassen sich oft von Fernsehshows wie „Germanys next Topmodel“ inspirieren, andere schauen sich im Internet Videos dazu an – warum auch nicht? Ich finde es nicht schlimm, sich durch einfache Tipps „schöner“ zu machen. Eine kleine Halskette und ein bisschen Make-up können in dieser Hinsicht schon gut behilflich sein. Liessmann beschäftigt sich viel mit dem Thema Schönheitschirurgie – ich finde es toll, dass es diese Möglichkeit gibt. Eine Person die ein Leben lang unzufrieden mit einer extrem großen Nase ist, was spricht dagegen, sich diese durch eine Operation verkleinern zu lassen? Natürlich gibt es dann immer einige, die übertreiben. Reiche Menschen, die an jeder Stelle ihres Körpers etwas auszusetzen haben, und sich sofort „unter das Messer“ legen, dagegen bin ich absolut.

Die Schönheit ist in unserer Gesellschaft ein überbewertetes Thema, die Menschen sollen sich so akzeptieren, wie sie sind, denn es gibt eindeutig Wichtigeres, als einem „Schönheitsideal“ nachzueifern.”

 

Gabriela Schönberger



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