OÖ Landesausstellung: Eintauchen in die Welt der Römer

Familiengrabstein im MuseumLauriacum (Foto: Hemmers-Traxler)

Familiengrabstein im MuseumLauriacum (Foto: Hemmers-Traxler)

Wie familientauglich – also gleichermaßen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche interessant - ist die oberösterreichische Landesausstellung 2018 „Die Rückkehr der Legion. Römisches Erbe in Oberösterreich“? Das hat Grünschnabel bei einem Besuch getestet - und wir waren begeistert! Allein der Beginn war am vor Hitze flimmernden Besucher-Parkplatz in Enns, der leider auch schlecht ausgeschildert ist, ein bisschen verwirrend: Wo bitte müssen wir jetzt hin (und es ging nicht nur uns so)? Eine kleine Schautafel ließ erahnen, dass man auf einem 15-minütigen Gehweg über die Basilika St. Laurenz zum Museum Lauriacum am Hauptplatz käme. (Es gibt auch einen Shuttle-Bus.) Die Ausstellung in der Unterkirche der Basilika ist aber nur bei einer Führung zu besichtigen. Und in welche Richtung müssen wir jetzt? Das Gesicht des 11-Jährigen wird immer länger, das Interesse des jugendlichen Sohnes tendiert zu null. Keine guten Voraussetzungen für einen Museumsbesuch! Schließlich glücklich am Hauptplatz angekommen, versteckt ein riesiger Papp-Legionär die Aufschrift Museum Lauriacum – also für nicht Ortskundige ist das Museum nicht wirklich leicht zu finden. Das war’s aber auch schon mit der Kritik. Denn erstmal in der Ausstellung angekommen, sind alle fasziniert. Die Ausstellung widmet sich dem römischen Leben am Donaulimes und zeigt die Bereiche unserer heutigen Alltagskultur auf, die auf römischem Erbe gründen und die herausragende Stellung des Legionslagerstützpunktes Lauriacum auf dem heutigen Gebiet der Stadt Enns im Imperium Romanum. 500 Jahre lang prägte das Römische Reich unser Land. Lauriacum war einer der größten und wichtigsten Handels- und Militärstützpunkte an der Nordgrenze des Römischen Reichs. Seine Bedeutung erlangte es durch die Stationierung der 2. Italischen Legion (lat.legio II Italica). Zur Blütezeit lebten in Lauriacum ca. 25 000 Menschen – eine bunte Mischung aus Römern, Einheimischen und Zuwanderern aus allen Teilen des Reichs. Diese Zeit ist ohnehin eine faszinierende – bei vielen interaktiven Stationen kann man dem Nachwuchs anschaulich zeigen, wie es damals bei uns ausgesehen hat, was die Römer alles zuwege gebracht, aber auch zerstört haben: Mit Schaugrabungen, Experimenten, eindrucksvollen Originalfunden, Forschungs-Abenteuern für Nachwuchs-ArchäologInnen, interaktiven Apps und virtuellen Welten gibt die Landesausstellung einen vielschichtigen Einblick in das Leben der Römer vor 1 800 Jahren. Hauptstandort der Landesausstellung ist Enns, die älteste Stadt Österreichs. Weitere Schauplätze sind Schlögen und Oberranna im Oberen Donautal. In Schlögen und Oberranna wurden zuvor ein römisches Bad, eine kleine römische Befestigungsanlage und Kalkbrennöfen freigelegt. Eine Besonderheit heuer ist, dass alle Ausstellungen erhalten bleiben und die Basis bilden für die Einreichung als UNESCO Welterbe. Infos zur Landesausstellung „Die Rückkehr der Legion. Römisches Erbe in Oberösterreich.“: (www.landesausstellung.at, Tel: 77 20/52 900)
  • Öffnungszeiten: noch bis 4. November 2018, täglich von 9 – 18 Uhr im Museum Lauriacum, der Basilika sowie in den Außenstellen Schlögen und Oberranna. Führungen in der Basilika St.Laurenz ohne Voranmeldung täglich um 11 und 16 Uhr.
  • Eintritt für Familien mit Familienkarte: sehr moderate 12 Euro. Speziell für Kinder und Jugendliche von 6-18 Jahren werden aktionsorientierte Vermittlungsprogramme angeboten.
  • Die Landesausstellungs-App vorsorglich daheim runterladen, damit der Nachwuchs mit dem Handy in der Ausstellung spannende Infopoints entdecken kann.
  • Veranstaltungstipps:
  • Am Sonntag, 2. September, von 10 - 17 Uhr kann man das virtuelle „Haus der Medusa“ besuchen und in einem 3D-Puzzle Wandmalerei-Fragmente selbst zusammensetzen. Ein spannendes Projekt der FH OÖ Campus Hagenberg.
  • Von 3. September bis 4. November: Archäologische Arbeiten aus nächster Nähe beobachten und ins Gespräch kommen mit den ForscherInnen bei Schaugrabungen am Geländer der Fa. Büsscher&Hoffmann in Enns.
  • Am 12. September spielt die Zuckerfabrik bei freiem Eintritt das Römerkino „Ben Hur“ mit Charlton Heston, US-amerikanischer Film, 1959.

Daniela Christl



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