Ida und das Gürkchen – eine lebensnahe Geschwistergeschichte, süß-sauer gewürzt

Buchcover: Jungbrunnen-Verla

Buchcover: Jungbrunnen-Verla

Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren

Lästige Bruderpflichten

Josef hat es nicht leicht, immer wieder hängt ihm die Mutter seine kleine Schwester Ida an. Er ist das zweitjüngste Kind der Familie und immerhin schon groß genug, sie vom Kindergarten abzuholen oder beim Spielen draußen zu beaufsichtigen. Als ein Neuer, Theo, in der Straße auftaucht, würde Josef sein Schwesterchen am liebsten verleugnen. Seine fünf Brüder dagegen machen ordentlich Eindruck. Kein Wunder, einen solch großen Brüderschatz hat so schnell niemand. Größere Brüder sind gut fürs Selbstvertrauen, das weiß jeder, der einen oder mehrere hat. Im Notfall sind sie zur Stelle und andernfalls kann man mit ihnen prahlen. Doch so weit kommt es in der Geschichte gar nicht.

Schätze des Waldes

Theo hat kein Problem mit Ida. Im Gegenteil, kurzerhand nimmt er sie huckepack und seinen Rucksack dafür bäuchlings, und ab geht es mit Freund Josef in den Wald. Die drei erleben einen tollen Nachmittag zwischen hohen Bäumen. Bei der Schatzsuche vergeht die Zeit wie im Flug und plötzlich ist es dämmerig. Viel zu spät kommen die Kinder heim, Mama ist wütend, das Essen kalt geworden. „Morgen fahren Ida und ich ohne dich in die Stadt.“

Bunter Familienwirbel

Die Dynamik zwischen den Geschwistern – sechs Brüder und das jüngste ein Mädchen  – ist enorm: Ganz klar ist das Schwesterlein das Nesthäkchen, von allen geliebt, garantiert sehnlichst von den Eltern erwartet. Wie eine zarte Prinzessin sorgt sie für verspielt-unschuldige Stimmung inmitten der brüderlichen Rabauken. Josef, der Essiggurken über alles liebt und dafür sogar jede Pfannkuchen-Variation stehen lässt, ist nach dem Verweis seiner Mutter selbst gehörig sauer. Da kann nur ein Gürkchen helfen. Doch wo ist das Letzte, das noch im Glas geschwommen ist, nur hingekommen? Wer hat es gegessen? Heute haben sich aber auch alle gegen ihn verschworen.

Überraschender Liebesbeweis

Auf sehr originelle Art tröstet Ida ihren „Jowes“ – und Josef fühlt sich beglückt, dass er eine so liebe kleine Schwester hat, die sich fürsorglich um sein letztes Gürkchen kümmert. Ida ist großartig!

Brigitte Jünger erzählt sehr unvermittelt und lebensnah. Julia Dürrs Bilder berichten von Details des Familienalltags, die den Text bereichern und lebendig machen. Das turbulente Küchenballett der Palatschinken futternden Bubenschar, die ungeniert mit Fressalien jonglieren – einfach einmalig! Die ruhigen Szenen der im Wald spielenden Kinder – ein guter Plan für heute Nachmittag!

Brigitte Jünger / Julia Dürr:

Ida und das Gürkchen

Ab 4 Jahren

Jungbrunnen-Verlag 2015

 

Veronika Mayer-Miedl



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