Offene Gartenpforte

Natur- und Hofgärten in Oberösterreich

 “Nicht der Abstand bestimmt die Entfernung. In der Enge unseres heimatlichen Gartens kann es mehr Verborgenes geben als hinter der Chinesischen Mauer.”
Antoine de Saint-Exupéry, Wind, Sand und Sterne

Garten mit Brunnen in der Mitte

Bild: suzannmeer/Fotolia.com

Wem der eigene Garten nicht genug ist, wer sich inspirieren lassen möchte, sollte es nicht verpassen, einen der wunderbaren Gärten zu besichtigen, die private GartenbesitzerInnen öffentlich zugänglich machen.

Zwei Verzeichnisse informieren in wunderschön gestalteten Foldern über das Angebot: Hofgärten und Privatgärten.

Die Hofgärten sind ein Zusammenschluss von Bauernhof-Gärten in Linz-Land .
Da gibt es „Blühende Gärten“ „Heilgärten“ oder „Erholungsgärten“.  Die GärtnerInnen, in der Mehrzahl Bäuerinnen, haben mit ihren Anlagen eine Verbindung aus Tradition und Moderne geschaffen. Eingebettet in die typische Vierkanthof-Umgebung öffnen sie sich zeitgemäßen Gartengestaltungs-Ideen. 

Da die Hofgärten Teil landwirtschaftlich geführter Betriebe sind, sind sie nicht keine öffentlichen Schaugärten im üblichen Sinn. Trotzdem stehen die BäuerInnen zwischen Mai und September gerne für Führungen zur Verfügung. Es gibt Biohöfe, wie der von Anna Pevny in Niederneukirchen, der mit den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde spielt. Es gibt den Heil- und Kraftgarten mit einem riesigen Schwimmteich von Maria Kletzmayr in St. Marien. Der Garten von Familie Jungmair in Ansfelden ist nach Farben geordnet und bietet einen schönen Blick auf Linz.

Einige Hofgartenbetreiber bieten ihre grünen Oasen auch für Veranstaltungen an.
Margit Stadler-Schauer hat in Wilhering einen Hochzeits- und Bewegungsgarten geschaffen. Im Ganglbauergut in Ansfelden kann man ebenso idyllisch feiern und bei Reinhard Gartner in Weichstetten sogar mitten im Garten essen, denn der ist ein überdimensionaler Gastgarten mit Bachlauf und abends romantisch beleuchteten Sitzplätzen.

 

Private grüne Oasen

Bild: Fotowerk/Fotolia.com

Das zweite Verzeichnis “Gärten in Oberösterreich”, herausgegeben vom Land Oberösterreich, bietet Informationen über zahlreiche private Gärten in ganz Oberösterreich. Es ist mit vielen Fotos versehen und nach Vierteln geordnet. Das Büchlein wurde in zwei Auflagen (letzte 2010) herausgegeben. Leider wird es nun nicht mehr gedruckt. Es ist nur noch eine PDF-Version online erhältlich, die sich Grünschnabel-LeserInnen runterladen können.

Trotz der nicht mehr ganz aktuellen Informationen kann man sein Glück versuchen und bei Interesse an einem Gartenbesuch vorher telefonisch Kontakt mit  dem Gartenbesitzer aufnehmen. Zu schön sind die Naturinseln und liegen sie doch oft versteckt direkt vor der Haustür!

Ein herrliches Ambiente bietet z.B. der Garten der Geheimnisse von Wolfgang Wimleitner in Stroheim.
Auf 20.000 m² wird eine floristische Erlebniswelt mit ganzjähriger Blütenpracht präsentiert.  Die Themengärten wurden gartenarchitektonisch entwickelt. Herzstück sind der Regenbogengarten, eine Orangerie und das Toscana-Café, von wo man den ganzen Garten überblicken kann.

Inspiriert von englischen Gartenreisen

Einen Tagesausflug nach Seewalchen läßt sich verbinden mit einer Besichtigung des privaten Gartens unseres österreichischen Obergärtners Karl Ploberger, bekannt aus dem ORF. In seinem privaten „Garten für intelligente Faule“ sammelt Ploberger Raritäten aus allen Pflanzengruppen. Inspiriert wurde er dabei von der englischen Gartentradition. 

Ebenso aus England inspiriert wurde Christian Kis. Der Schiedlberger Florist schuf auf 7.000 m² einen barocken Garten mit 2500 Buchsbäumen und einem alten Gitterbett als Komposter. Neben vielen Blumenbeeten gibt es auch das „Grüne Zimmer“, umgeben von einer Hainbuchenhecke. Kontakt: Christian Kis, 4521 Schiedlberg, Ödt 16, Tel. 0699-11 48 88 67.

Garten in rauem Mühlviertel-Klima

Vektorbild wiese gräser grün weiß

Bild: microstockfish/Fotolia.com

 

Ruhe und Einsamkeit lockten das Ehepaar Zimmermann 1999 von der Großstadt weg nach Weitersfelden im Mühlviertel. Ein 17.800 qm Grundstück, das aus Wiesen und Äckern bestand, haben die beiden in einen Höhengarten verwandeln. Ein ehrgeiziges Projekt, denn der Boden war stark verdichtet und die Lage auf einem Nordhang auf 860 Höhenmetern machte die Sache nicht leichter. Zu bestaunen gibt es einen Heckenpark, einen formalen Bauerngarten, einen Obstgarten, eine Ribisel- und Hollerplantage und Feuchtwiesen.

Isabel Höglinger 



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