Die Rinnende Mauer in der Steyrschlucht

Kurzinformation:

Für Kinder ab 6 Jahren

Treffpunkt: Gasthaus Roidinger

Haltestelle des Postbusses: Molln, Stefaniebrücke (30m vom Gasthaus Roidinger entfernt)

Gehzeit: ca. 3 Stunden, Länge ca. 7 km

Wegverlauf: teilweise schmaler Weg an der Schluchtoberkante, daher sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wichtig! Thematischer Wanderweg mit Schautafeln. Rückweg auf der Straße.

Einkehrtipp: Gasthaus Roidinger / Stefaniebrücke

Bild: Bernhard Schön

Die Rinnende Mauer ist ein Naturdenkmal und soll demnächst Teil eines größeren Naturschutzgebietes sein, das diese imposante Schluchtstrecke an der Steyr unter Schutz stellt. Wasserkraftanlagen mit Stauhaltungen und Schotterabbau haben die Landschaft und den Fluss in der Region bereits massiv verändert. Jetzt geht es um die Erhaltung der letzten Reste an intakter Natur.

Gegen den Schotterabbau im Aigner Schacher oberhalb der Rinnenden Mauer gab es 1983 massive Proteste. Besonders die lokale Sektion des Österreichischen Alpenvereins hat sich für den Schutz der Natur hier eingesetzt und in weiterer Folge auch den Wanderweg initiiert.

 

Der Wegverlauf

Bild: Bernhard Schön

Von der Steyrtalstraße kommend fahren wir Richtung Molln, überqueren die Steyr und beginnen die Wanderung am besten gleich danach beim Gasthaus Stefaniebrücke der Familie Roidinger. Wir erreichen diesen Punkt auch bequem über den Steyrtal  Radweg oder auch mit dem Bus. Die Bushaltestelle liegt unmittelbar beim Gasthaus.

 

Zunächst führt der Weg kurz in südwestlicher Richtung auf der Zimeckstraße, vorbei an der Dachdeckerfirma Baldauf. Danach geht es in einem Bogen hinunter zur Steyr. 68 Kilometer sind es von der Quelle in Hinterstoder bis zur Mündung in die Enns in Steyr.

Seit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren hat dieser Fluss sich seinen Weg gebahnt: Zunächst ist er ein reißender Wildfluß mit dem Stromboding Wasserfall, dann kommt die eindrucksvolle Schluchtstrecke mit 30 – 40 Meter hohen Konglomeratwänden, die das Gewässer in den Gletscherschutt gegraben hat, und zuletzt mündet er in ein von Auwaldresten gesäumtes breites Flusstal. Als Fischgewässer ist der Fluss heute noch dank der guten Wasserqualität heiß begehrt, nicht nur von Fischern sondern auch vom Fischotter.

Schon in historischen Zeiten diente der Fluss auch der Energiegewinnung. Waren es damals die vom Wasser angetriebenen Mühlen und Schmiedehämmer, sind es heute insgesamt sieben Wasserkraftwerke.

 

Bild: Bernhard Schön

Nach etwa einer dreiviertel Stunde Gehzeit erreichen wir die Einmündung der Krummen Steyrling, die auf einem Steg überquert wird. Unterhalb bzw. entlang der beeindruckenden Konglomeratwände, die nicht nur brüchig aussehen, sondern es vor allem nach der Schneeschmelze im Frühling auch sind, führt der Weg nach rund 500 hinauf an die Schluchtoberkante.  Am Rand eines Fichten und Kiefernwaldes gelangen wir bis zu einer ehemaligen Seilbahnstation. Am Weg gibt es immer wieder tolle Ausblicke hinunter in die Schlucht zur Steyr. Unmittelbar nach der alten Seilbahnhütte zweigt ein Steig hinunter zur „Rinnenden Mauer“ ab. Es ist ein einzigartiges Naturphänomen: Auf einer Länge von rund 50 Metern tropft es gleichsam aus allen Poren der Felswand, die von grünen Polstern aus Moosen und feuchtigkeitsliebenden Blütenpflanzen bedeckt ist.

 

Für den Rückweg kann man entweder denselben Weg nehmen den man hergekommen ist, oder wir folgen der Beschilderung nach der Seilbahnhütte durch den Aigner Schacher entlang dem Betriebsgelände der Firma Bernegger, hinauf zur Haunoldmühl Landesstraße und dann die Straße entlang wieder zu unserem Ausgangspunkt.

Marco Vanek



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