Wie sollen wir zukünftig zusammenleben?  

Gemeinschaftliche Wohnprojekte sind speziell für Familien mit kleinen Kindern und ältere Menschen sehr attraktiv, so das Ergebnis einer Online-Umfrage, die Grünschnabel im Vorfeld des Symposiums „In Linz beginnt’s – alternative Wohnformen jetzt!“ durchgeführt hat.

Zwei Drittel der Befragten können sich vorstellen, in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt zu leben, in dem verstärkt auf Nachbarschaftsbeziehungen und -hilfe sowie auf gemeinsame Aktivitäten gesetzt wird. So das Ergebnis der Online-Befragung zum Wohnen, die Gabriela Schönberger, geschäftsführende Obfrau des Vereins zur Förderung von Lebensqualität, bei dem Symposium am 11. Oktober in Linz präsentierte.

Fast 60 Prozent der 204 TeilnehmerInnen an der Befragung im Oktober 2013 waren zwischen 41 und 60 Jahre alt, ein Viertel gehört der Altersgruppe 20 bis 40 Jahre an. 85 Prozent gaben an, schon von alternativen, generationenübergreifenden Wohnformen gehört zu haben. Jedoch lediglich für jeden Dritten ist es denkbar, selbst die Initiative zu ergreifen oder sich bei der Planung einzubringen. Eher noch Frauen als Männer sind bereit, sich für eine alternative Lebensform zu engagieren.

82 Prozent für Gemeinschafts-Wohnprojekt in Linz

Fast einhellig fällt dagegen die Antwort auf die Frage aus, ob in Linz ein Gemeinschaftswohnprojekt entstehen soll: Fast 82 Prozent der Befragten sind dafür. Gerade AlleinerzieherInnen, ältere alleinstehende Menschen, sowie Familien mit minderjährigen Kindern können enorm von einer gemeinschaftlichen Lebensart profitieren, so das Ergebnis der Online-Befragung.

31 Prozent der TeilnehmerInnen zeigten sich sehr zufrieden mit den nachbarschaftlichen Beziehungen in ihrer derzeitigen Wohnsituation, dies gilt vor allem für die über 40-Jährigen. Hohe Zustimmung fanden zudem Aussagen wie „Ich habe einen sehr guten Kontakt zu meiner Nachbarschaft und bin darüber auch sehr froh“. Kaum jemand der Befragten legte wenig Wert auf Kontakte zu den in seiner nahen Umgebung lebenden Menschen. Die meiste Zustimmung bei den Befragten fanden folgende Aussagen: “Das Leben älterer Menschen wird durch den Kontakt mit der Jugend bereichert.“ sowie „Kinder und Jugendliche können von den älteren Menschen viel lernen.”

Nachbarschaftshilfe, Kontaktmöglichkeit

Als Vorteil wird laut der Wohn-Befragung gesehen, dass NachbarInnen helfen, wenn etwas kaputt geht, man mit jemandem reden kann und aufmerksame Nachbarn als Einbruchsschutz fungieren können. Als offene Antworten auf die Frage, welche Vorteile gemeinschaftliche Wohnprojekte bringen könnten, wurden unter anderen folgende Antworten eingebracht:

  • gemeinsame Ressourcen, finanzielle Entlastung, Umwelt profitiert
  • Unterstützung bei diversen Betreuungspflichten (Ältere, Kinder, Pflanzen, Haustiere …)
  • Verständnis für andere Generation wird gefördert
  • Gemeinschaft, zusammen Geräte oder Autos nutzen, feiern
  • Schon das Gefühl, nicht alleine zu wohnen, ist positiv
  • Gruppen sind immer intelligenter (z.B. im Finden von Lösungen) als einzelne Personen

Als mögliche Nachteile wurden als offene Antworten genannt:

  • Möglicherweise muss viel Zeit in Konfliktlösungen gesteckt werden, was sich aber immer auch rentiert
  • Dominante Personen verwechseln Gemeinschaft mit Bühne
  • Man muss mit jeder Art Mensch zurechtkommen und lernt dabei Konflikte zu bewältigen

40 Prozent sind der Meinung, dass Wohnen mit Betonung auf Gemeinschaftlichkeit zumindest teilweise Altenheime ersetzen könnte. 29 Prozent glauben, dass diese Aussage eher zutrifft. Lediglich 6 Prozent kreuzten an, dass Gemeinschaftswohnformen Altenheime überflüssig machen würden.

 

Hier die Gesamtauswertung der zwischen 28.8. und 7.10.2013 durchgeführten Online-Befragung.

 

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