Doula: Hilfe von Mutter zu Mutter

Foto: Fotolia/Romolo Tavani

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„Doula“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Dienerin“. In diesem Fall ist eine Frau gemeint, die selbst schon Mutter ist und einer anderen Frau während Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett zur Seite steht.  Was macht nun eine Doula so wertvoll für werdende Mütter? „Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig es braucht“, erklärt Tina Pankratz (39) aus Puchenau, zweifache Mutter und selbst Doula. „Ich sehe meine Aufgabe darin, die Frau liebevoll zu bemuttern. Durch meine Einstellung zur Geburt vermittle ich der Gebärenden Sicherheit. Und genau die braucht sie, um sich zu entspannen und auf die Geburt einzulassen.“ Betreuung während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett Jede geburtserfahrene Frau kann Doula werden. Diese betreuen Frauen in der Schwangerschaft, sind – wenn gewünscht – während der gesamten Geburt dabei und unterstützend im Wochenbett. „Wir sehen uns als Ergänzung zu Familie, Hebamme und Arzt und nicht als Konkurrenz!“, betont Pankratz, die selbst bei ihrer zweiten Schangerschaft sehr gute Erfahrungen mit einer Doula gemacht hat. „Es war wie ein Schutzraum. Ich hatte dadurch das Gefühl, dass nichts mit mir gemacht wird, sondern dass ich mache. Das hat mich ungemein beruhigt.“ Grundsätzlich obliegt es der Doula, ob sie ehrenamtlich arbeitet oder angemeldet. Auch den Umfang und das Ausmaß ihrer Tätigkeit wird jeweils zwischen Doula und schwangerer Frau individuell vereinbart. Dabei ist es natürlich auch wichtig, dass die Chemie zwischen den beiden stimmt. Was ist nun genau der Unterschied zwischen Hebamme und Doula? „Eine Hebamme ist medizinisch ausgebildet und kümmert sich im weitesten Sinne um den Körper der Frau. Hebammen würden sich auch gerne ganzheitlich auf die Schwangere einlassen. Aufgrund von Mehrfachbetreuungen und Schichtwechsel im Krankenhaus ist eine kontinuierliche Begleitung aber oft nicht möglich. Eine Doula hingegen ist während der ganzen Zeit exklusiv für eine Frau da und sorgt – egal, was dafür notwendig ist – für ihr Wohlbefinden“, erläutert Pankratz. Entspannte Geburt bringt entspannte Menschen hervor Das heißt, die Doula bereitet sich gefühlsmäßig mit der Schwangeren auf die Geburt vor, findet heraus, was diese braucht, um sich daran „festzuhalten“. „Das können zum Beispiel Gegenstände sein, die der Frau Sicherheit geben, aus denen sie Kraft schöpfen kann, egal, wo sie ist. So soll ein angstfreier Raum entstehen, in dem Glückshormone aufkommen können“, erläutert Pankratz. Sie ist überzeugt, dass eine entspannte Geburt einen entspannten Menschen hervorbringt – und dass das die Welt ein bisschen besser macht. Pankratz: „Ich werde nie vergessen, was einmal ein Ehemann zu mir gesagt hat: „Das war so super zu beobachten: Du bist reingekommen bei der Tür und plötzlich war meine Frau entspannt!“ Das sind wirklich schöne Momente für mich als Doula.“ Aber sind Frauen in der heutigen Zeit nicht ohnehin schon oft überbetreut? Pankratz: „Heutzutage haben Frauen beim Thema Geburt tausend Bilder im Kopf, 7000 Bücher gelesen, alle Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen beim Gynäkologen hinter sich und kennen aus dem Fernsehen am Rücken liegende Frauen, die fürchterlich schreien. Aber wenn es um den Kern der Sache geht, steht die Frau ganz alleine da. Kein Wunder, dass dann eine große Angst vor dem Gebären herrscht. Und Angst lässt einen 'zumachen'. Keine gute Option bei einer Geburt, wo es darum geht, sich zu öffnen.“ Der schönste Dank für die Doula ist der Satz, den sie immer wieder von den betreuten Frauen zu hören bekommt: „Danke! Einfach nur, dass du da bist.“ Manchmal braucht es so wenig, um so viel zu bewirken. Kontakt: Tina Pankratz, Linz-Puchenau, tinischka@yahoo.de, Tel. 0650/381 22 77 Ausbildung zur Doula: 6 Seminarblöcke zu je 2-3 Tagen, es soll eine vertraute Frauengemeinschaft entstehen. Am Freitag, 10. Februar 2017, findet von 14-18 Uhr ein Infotag zum Doulatraining für interessierte geburtserfahrene Frauen statt.

Anmeldung online unter www.doula.at

Daniela Christl



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