Als Patchworkfamilie zusammenleben

Bild: Claudia Paulussen/Fotolia.com

Patchworkfamilien sind längst keine Seltenheit mehr. Allerdings dauert es bis zu fünf Jahren, bis ihr Zusammenleben funktioniert. Denn für alle Beteiligten ist diese Familienzusammenführung nicht einfach. Besonders Kinder wissen oft nicht, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen. Je nachdem wie lange die Trennung der Eltern her ist und wie alt die Kinder sind, fällt es ihnen schwerer oder leichter, die neuen Familienmitglieder zu akzeptieren.

 

Eine stabile Beziehung zum ehemaligen und zum neuen Partner

Eine neue Beziehung wird dir gut tun und deine Kinder spüren, wenn du glücklich bist. Dennoch solltest du die Kinder erst einweihen und vor allem ein Zusammenziehen ankündigen, wenn du dir sicher bist, dass die Beziehung hält. Denn die Kinder sind noch von der letzten Trennung angeschlagen. Du kannst nicht erwarten, dass die Kinder gleich die nächste Trennung verkraften. Sie werden sich bei ständig wechselnden Partnern noch schlechter an eine neue Bezugsperson gewöhnen.

Aber auch dein Verhältnis zum Ex-Partner ist wichtig. Selbst wenn es nicht immer leicht fällt, versuche dich zum Wohle deines Kindes mit deinem Ex-Mann oder deiner Ex-Frau zu verstehen. Dein Kind braucht die Unterstützung von Vater und Mutter in dieser schweren Zeit. Streit wird seinen angeschlagenen Gemütszustand noch verschlimmern. Wenn die Veränderungen eines Umzugs mit neuen Familienmitgliedern anstehen, hilft es dem Kind, dass es sich im schlimmsten Fall beim anderen Elternteil zurückziehen kann und seine Ruhe hat.

 

Lieber Freund als Vormund

Ein gutes Verhältnis zum Ex-Partner ist in jedem Fall eine gute Voraussetzung dafür, dass auch der neue Partner akzeptiert wird, da das Kind dann nicht das Gefühl hat, dass ihm der geliebte Elternteil weggenommen wird. Der neue Freund der Mutter sollte deshalb auf keinen Fall als neuer Vater vorgestellt werden und sich auch nicht so verhalten. Sinnvoll ist es als „Neuer“ in der Familie sich anfangs als Freund und nicht als Vormund zu geben. Auch sollte man sich im Vorfeld bereits über die Hobbies und Gewohnheiten des Kindes austauschen, um nicht in Fettnäpfchen zu treten, sondern durch kleine Aufmerksamkeiten Sympathie zu gewinnen. Ein Überengagement hat allerdings einen gegensätzlichen Effekt. Halte dich also am Anfang einfach ein bisschen zurück. Tipps, wie du dich verhalten kannst, bekommst du auch im Gelbe Seiten Ratgeber.

In Gegenwart des Kindes ist es wenig ratsam, dem neuen Partner zu viele Liebesbekundungen zukommen zu lassen. Auf der anderen Seite ist es aber wichtig, dem Kind zu sagen, dass man es liebt, und es öfter in den Arm zu nehmen und zu streicheln, wenn die neue Mutter oder der neue Vater dabei ist. Dadurch weiß es, dass es noch genauso geliebt wird und das neue Elternteil ihm seinen Platz nicht streitig macht. Lass gleichzeitig in Gesprächen mit deinen Kindern ohne den Partner, dessen Namen fallen und bringe ihn ihnen so näher. Unhöflichkeiten gegenüber dem Partner darfst du nicht dulden.

 

Neue Brüder und Schwestern

Noch komplizierter ist die Situation zwischen den neuen Geschwistern. Denn hier haben beide Seiten eventuell kein Interesse am Gelingen der Beziehung. Lass deine Kinder sich erst aneinander gewöhnen und anfreunden, bevor ein gemeinsamer Haushalt gegründet wird. Am besten unternehmt ihr gemeinsame Ausflüge, an denen alle Spaß haben könnten. Wenn beispielsweise alle Kinder gerne ins Schwimmbad gehen, wäre das ein gutes Ziel. Alle Familienmitglieder können dann in unterschiedlichen Konstellationen zusammen auf der Wasserrutsche toben.

Achte auch darauf, dass nicht ein Kind von den anderen ausgeschlossen wird. Wenn sich die Tochter über eine Schwester freut, weil sie vorher nur einen Bruder hatte, kann dieser gekränkt werden. Versuche ihn dann vermehrt Dinge mit der neuen Schwester machen zu lassen. Das kann gemeinsames Tischdecken sein, aber auch dass die beiden beim Tischtennis oder Kartenspiel ein Team bilden und zusammenarbeiten müssen.

 

Ein erfolgreiches Team

Wenn du es dann endlich geschafft hast, dass deine Kinder sich mit den Stiefgeschwistern und deinem neuen Partner gut verstehen und sich auch mit dem Ex-Partner alles geklärt hat, werden deine Kinder keine Probleme mehr mit Teamarbeiten und Ähnlichem haben. Sie besitzen eine gestärkte Sozialkompetenz und können Kompromisse eingehen. Denn diese Teamfähigkeit haben sie daheim auch schon unter Beweis gestellt.

 



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