Bewegt aufwachsen

bewegt aufwachsenDie neue Broschüre des Landes OÖ. „Bewegt aufwachsen“ bietet Eltern praktische Beispiele, wie sie gemeinsam mit ihrem Kind in Bewegung kommen und warum das so wichtig für das ganze Leben ist.

Bereits vom Babyalter an sind gemeinsame Bewegungsaktivitäten und körperbezogene Spiele wichtig. Sie wirken beziehungsstärkend und fördern das Selbstvertrauen. Das beginnt schon in der Zeit des Wickelns, Waschens, Eincremens und Anziehens. Hier kann man bereits mit Körperspielen beginnen. So entwickelt das Kind ein „inneres Bild“ seines Körpers.

Selbstständigkeit kommt von „Selber stehen können“. Sie bezeichnet einen Zugewinn an Unabhängigkeit aufgrund wachsender körperlicher und motorischer Fähigkeiten. Es ist wichtig, seinem Kind das Selbertun zu ermöglichen – ihm etwas zuzutrauen und für sich selbst zu überlegen, wieviel Risiko man zulässt. Natürlich darf dabei das Kind niemals wirklich in Gefahr sein, sich ernsthaft zu verletzen.

Denn Erkenntnisse über ihre Umwelt gewinnen die Kinder nur durch eigenes Tun. Die gesamte Wohnung ist „bespielbar“: die Couch zum Hüpfen, auch gerne Mama oder Papa darauf als „Klettergerüst“; mit Schachteln, Decken und Wäscheklammern kann das Kind selbstständig etwas bauen. Je kleiner, desto wichtiger ist dabei die Nähe eines Erwachsenen als Beobachter.

Motorisch aktive Kinder zeigen bessere kognitive Leistungen als Kinder, die vor allem sitzen. Kinder benötigen aber Raum und viel Zeit, um aktiv zu Be-greifen. Beinahe selbstverständlich werden im Freien sinnliche Erfahrungen wie Tasten, Riechen, Hören und Sehen und Wahrnehmungs- und Bewegungskompetenzen erweitert. Und immer wieder bewahrheitet sich dabei: „Schlechtes“ Wetter gibt’s nicht, nur schlecht ausgewählte Kleidung!

Barfußgehen ist wesentlich für das Lernen. Vermittle deinem Kind, dass es völlig natürlich ist, barfuß über eine Wiese zu laufen. Sei aufmerksam, aber lerne deinem Kind nicht, dass Barfußlaufen gefährlich (Bienen, Zecken,…) oder gar grauslich (Schmutz, Schnecken,…) sei. Das alles stört dein Kind nicht, wenn es dich nicht stört!

Kinder, die sich bewegen, haben eine höhere Knochendichte, eine bessere Muskulatur, ein höher belastbares Herz-Kreislauf- und Atmungssystem sowie ein stabileres Immunsystem, was sie vor Infektionskrankheiten schützt. Durch viel Springen wird die Knochendichte erhöht. Ermögliche Seil- und Pfützenspringen, lege Zeitungsblätter als „Pfützen“ im Raum auf, über die es zu springen gilt. Rhythmisierte, flüssige Bewegungsabläufe wie beim Springen, Hopserlauf oder Seilspringen sind zudem eine wichtige Grundlage für das Erlernen des Schreibens.

Schenke deinem Kind Spielsachen, die zu Bewegung animieren, wie ein Ball, eine Springschnur, Roller, Tauchringe, Schwimmflossen, Straßenmalkreiden, Jongliertücher, etc. Kinder brauchen mutige Eltern, damit sie es wagen, selbst mutig zu sein und sich zu überwinden, zu klettern, Hindernisse und Höhen zu erklimmen. Bewegungssicherheit und Risikokompetenz entwickeln sich gerade im Alter zwischen 3 und 6 Jahren sehr stark.

Am besten wirkst du als Vorbild. Macht gemeinsam als Familie Bewegung, verbunden mit einem Picknick, einem Kindergeburtstag im Wald, einer Wanderung mit Freunden. So wird Bewegung nicht mit Anstrengung, sondern mit etwas Lustvollem verbunden.

Aus: „Bewegt aufwachsen“, 2018, Broschüre des Landes OÖ. zum Gratisdownload auf gesundes-oberoesterreich.at. Ebenso die Broschüre „Bewegung beflügelt“, 2017.



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