Australien-Tour mit vier Schulkindern

Fünf Monate Australien mit vier Kindern - ein Abenteuer, das den Horizont erweitert.

Fünf Monate Australien mit vier Kindern - ein Abenteuer, das den Horizont erweitert.

Kann man mit vier Schulkindern fünf Monate lang Australien bereisen - ohne dass die Kinder ein Schuljahr wiederholen müssen? Es geht, das hat die Familie von Daniela E. bewiesen. Im Grünschnabel-Interview berichtet sie von ihrem Downunder-Abenteuer. Wie seid ihr auf die Idee zu dieser Reise gekommen? Mein Mann und ich waren schon vor 15 Jahren - während der Karenz, als unser Ältester eineinhalb Jahre alt war - für sechs Monate in Australien, wo wir wooften. Der Kontakt zu den Freunden von damals, die uns schon öfter besuchten, blieb bestehen. Mittlerweile haben wir vier Kinder, die heute 17, 14, 10 und 8 Jahre alt sind. Die anderen Kinder wollten ebenfalls Australien besuchen und so suchten wir nach dem passenden Zeitpunkt für die Reise. Ihr habt eure Reise also langfristig geplant. Ja, der optimale Zeitpunkt war dann vor einem Jahr. Denn in diesem Schuljahr hatte keines der Kinder seinen Schulstart. Ein Schulwechsel oder Maturavorbereitungen standen auch noch nicht an. Mein Mann und ich sind beide Lehrer. Wir meldeten vor vier Jahren ein Sabbatical an. Das heißt, wir verdienten drei Jahre lang weniger, dafür konnten wir dieses Schuljahr bei Gehaltsbezug pausieren. Wir merkten in unseren langfristigen und gründlichen Reisevorbereitungen, dass Wwoofen dieses Mal nicht in Frage kam, deshalb verlegten wir uns auf Haustauschen. Wie habt ihr also eure Reise angelegt? Wir flogen im Oktober 2016 nach Sydney, wo wir ein Auto kauften und eine Woche blieben. Dann ging es an der Ostküste hinauf bis nach Brisbane. Wir lebten einmal im Ferienhaus von Freunden und campten immer wieder zwischendurch. Meistens aber hatten wir unsere Unterkünfte über eine Haustausch-Plattform organisiert. Wir wohnten zwischen vier und sieben Wochen in Häusern von Familien, die zur gleichen Zeit unser Haus in Österreich bewohnten. Die australischen Familien fanden es sehr schön, den Winter, vor allem auch Weihnachten und den Schnee in Österreich zu erleben. Zwischendurch reisten wir für acht Tage nach Neuseeland, da unsere Touristenvisa nur für drei Monate gültig waren. Welche Vorteile bringt es, so zu reisen? In Brisbane trafen wir uns mit der Familie, mit der wir Haus und das Auto tauschten und schlossen sofort Freundschaft. Teilweise lagen unsere Häuser 400 Meter vom Strand entfernt und wir hatten jede Menge Gelegenheit zum Baden, Surfen und um Ausflüge in die Umgebung zu machen. Wir machten viele Wanderungen und besuchten Zoos. Zudem konnten wir beim Häusertausch kochen, waschen und leben wie im eigenen Haus, was natürlich sehr günstig war. Zudem ist man sofort ins soziale Netzwerk eingebunden samt Nachbarn und Freunden. Euer Resümee? Wir machen nur noch so Urlaub, wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Leute, die Haus tauschen, sind sehr unkompliziert und man schließt rasch Freundschaft. Wir haben viel über WhatsApp kommuniziert, sei es nun wegen Infos zum Haus, aber auch Tipps für Ausflüge haben wir ausgetauscht. Wie habt ihr die Fehlzeiten eurer Kinder in der Schule kompensiert? Wir waren von Mitte Oktober bis Mitte März weg. Diese fünf Monate im Ausland gelten als Auslandssemester. Das heißt, die Kinder müssen keine Jahresstoffprüfung machen. Bis zur Abreise gingen sie alle ganz normal zur Schule. Für die Zeit danach hatten wir mit den Lehrerinnen der Jüngeren ausgemacht, dass sie während der Reise regelmäßig den Stoff von Deutsch und Mathematik nachlernen. Wir standen mit den Volksschullehrerinnen regelmäßig in Kontakt. Die älteren Kinder - unser Sohn geht in die dritte Klasse HLW und unsere Tochter in die vierte Klasse Gymnasium - sprachen selbst mit ihren Lehrern, da mischte ich mich nicht ein. Unser Sohn lernte Französisch und Spanisch auf der Reise mit einer App nach. Wie war für die Kinder der Wiedereinstieg in die Schule nach der Reise? Alle Kinder stiegen wieder problemlos in die Schule ein. Für die Jüngeren war der Übergang fließend, sie hatten ja ständig mitgelernt. Die beiden Älteren lernten viel nach und paukten hart für die gleich anstehenden Tests und Schularbeiten, es wurden Australien-Referate abgehalten und es war sicher anstrengend gleich nach der Rückkehr, aber sie haben alle das Schuljahr positiv abgeschlossen. Wie war das Resümee der Reise aus Sicht der Kinder? Sie haben es sehr genossen und sind sehr dankbar, dass sie die Gelegenheit hatten, Australien so lange mit uns zu bereisen. Sie sagen, sie hätten uns Eltern, aber auch die Geschwister neu kennen gelernt. Wir haben dort Gemeinsamkeiten entdeckt, die neu sind. Sie pflegen noch viele Kontakte über soziale Medien mit Kindern aus Australien und es geht jetzt viel darum, wer wen als erstes besucht. Wie habt ihr Eltern von der Reise profitiert? Es war schön, dass wir den Kindern die Welt und einen anderen Lebensstil zeigen konnten, und ihnen auch etwas Weitblick vermitteln konnten. Wir haben auch während der Reise verschiedene Rituale gepflegt, wie etwa, dass jeden Tag ein Kind beim Kochen helfen durfte. Und wir haben regelmäßig Familienrat abgehalten, um zu sehen, ob die Tagesstruktur auch für alle noch passt. Was würdet ihr anderen Familien empfehlen, die Ähnliches vorhaben?   1.    Sehr langfristig und gründlich planen. 2.    Das Jahr gut aussuchen, dass es für alle passt. 3.    Auch die Reiseroute sollte so gewählt sein, dass für alle etwas dabei ist. 4.    Nicht zu viel Gepäck mitnehmen. 5.    Auslands-Krankenversicherungsschutz ist häufig über Kreditkarten, ÖAMTC- oder Alpenvereinsmitgliedschaft gegeben. Danielas Familie hat während der Australien-Reise einen Blog geschrieben, dieser kann unter folgender Adresse eingesehen werden: www.6ontour.wordpress.com

Maria Zamut



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