Auch Verlieren will gespielt sein

Daniel Wenger3000 verschiedene Gesellschaftsspiele gibt es im Shop Geschäft von Daniel Wenger in Linz-Ebelsberg. Darunter kein einziges Online-Spiel, sondern ausschließlich Brett- und Kartenspiele wie Kooperations-, Strategie-, Quiz- und Lernspiele. Kooperative Spiele helfen Kindern, verlieren zu lernen, findet Wenger.     Daniel Wenger betreibt den Spiele-Shop „Games, Toys and More“ in Linz-Ebelsberg. In den Regalen stapeln sich Schachteln mit Brettspielen der verschiedensten Art. Wer in dem Spiele-Shop Online-Spiele sowie Futter für Konsolen erwartet, ist fehl am Platz. In dem Geschäft an der Wiener Straße 499 gibt es ausschließlich analoge Spiele wie Brett- und Kartenspiele, Würfel- sowie Holzspiele für Kinder ab 18 Monaten. Der Betreiber, Daniel Wenger, 44 Jahre, im Grünschnabel-Interview. Wie viele Spiele gibt es bei dir? Wir bieten 3000 verschiedene Spiele zum Verkauf an. Außerdem gibt es hier 500 Probierspiele, das heißt, die Leute können sich hinsetzen und die Spiele hier einmal spielen. Jeden Freitag von 17 bis 21 Uhr haben wir einen organisierten Spieleabend für hauptsächlich Erwachsene. Am Samstag von 10 bis 18 Uhr ist Familienspieletag. Da können Kinder und Eltern kommen, um Spiele hier auszuprobieren. Vertreibst du auch PC-Spiele? Nein, das ist für mich ein No-Go, die sind hier verpönt, weil dabei der soziale Aspekt fehlt. Wir spielen hier miteinander von Angesicht zu Angesicht, nicht jeder für sich oder mit einem unbekannten Gegenüber. Mir geht es auch darum, dass Kinder verlieren lernen und dass man miteinander wertvolle Zeit verbringt. Was macht für dich ein wertvolles Spiel für Kinder aus? Das wichtigste: Es muss dem Kind Spaß machen und es muss irgendeine Fertigkeit trainieren bzw. einen Sinn ansprechen, sei es nun Tastsinn, Merkfähigkeit etc. Und es sollte das Kind zwar fordern, aber nicht überfordern. Welche Art von Spielen gibt es? Wir haben beispielsweise kooperative Spiele, dabei spielen die Spieler miteinander gegen das Spiel. Zum Beispiel beim Spiel Ratzeputz, das schon für Kinder ab 4 Jahren geeignet ist. Es geht darum, wer mehr Karotten frisst – die Spieler oder der Hase. „The Game“ ist ein Kartenspiel für ältere Kinder. Für Erwachsene gibt es zum Beispiel „Robinson Crusoe“. Dabei ist der Spieler auf einer Insel und muss alles Entscheidende unternehmen, um zu überleben. Kooperative Spiele sind für Kinder hilfreich, um verlieren zu lernen. Denn bei diesem Spiel verliert man gemeinsam, in der Gruppe. Auch bei den Kommunikationsspielen ist meist Zusammenarbeit gefragt, es geht aber außerdem darum, Worte zu finden oder zu bilden wie etwa bei Code Names, das Kinder ab 10 Jahren spielen können oder beim Klassiker Crazy Words, wo Worte erfunden werden müssen. Bei Lernspielen steht die Laut-, Konzentrations- oder Rechenförderung im Zentrum oder aber das Training der Sinneswahrnehmungen. Das sind Spiele, die TherapeutInnen, aber auch Eltern kaufen, um an Defiziten der Kinder spielerisch zu arbeiten. Gute Lernspiele bieten etwa die Kärntner Spieleautoren Piepmatz und Grünschnabel an. Bei den Party- und Quizspielen wie Trivial Pursuit, Activity, Bezzerwizzer, Tick, Tack, Bumm junior für Kinder ab 6 Jahren geht es darum, (Allgemein-)Wissen spielerisch unter Beweis zu stellen. Bei den Strategiespielen entwickelt jeder Spieler oder auch mehrere Spieler gemeinsam eine Strategie, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder etwas zu optimieren. Da gibt es beispielsweise „Dreck weg“ für Kinder ab 6 Jahren, Prosperity für Erwachsene oder Klimapoker. Wie bist du darauf gekommen, ein Spiele-Geschäft zu eröffnen? Ich bin in einer Spiele-Familie groß geworden. Wir haben zu Hause immer viel gespielt, sei es nun Römeln, Kanastern bis hin zu Würfelpoker, Schnapsen, Stratego, Shogun, Cluedo. Als 1995 das Aufbau-Strategie-Spiel „Die Siedler von Catan“ herauskam, hat das einen richtiggehenden Spiele-Hype ausgelöst – nicht nur bei mir. Ich besitze privat heute rund 500 Spiele, die ich meist in Deutschland gekauft habe, weil sie bei uns nicht erhältlich waren. Deshalb habe ich im Vorjahr meinen eigenen Laden „Games, Toys and more“ gegründet. Spiele ausprobieren: Jeden Freitag von 17 bis 21 Uhr: Spieleabend für Erwachsene zum Ausprobieren neuer Spiele Jeden Samstag, 10 bis 18 Uhr: Familienspieletag Games, Toys and More, 4020 Linz, Wiener Straße 499. www.gtnm.at

Maria Zamut



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