Positiver Klimawandel in der Familie

Foto: Pixabay/Gino Crescoli

In diesen Tagen verbringen Familien viel Zeit zu Hause miteinander. Das führt mitunter zu Spannungen. Wie man einen positiven „Klimawandel“ in der Familie herbeiführen kann, schreibt Katharina Maderthaner in ihren Erziehungsfragen.  „Wenn meine Tochter nur ein bisschen rücksichtsvoller wäre, würden wir nicht ständig aneinander geraten.“ „Würde mein Partner/meine Partnerin nur dies und das lassen, kämen wir viel besser miteinander aus.“ „Heute regnet es, ich geh‘ morgen laufen.“ – Zu welcher Gelegenheit hast du das letzte Mal deine Verantwortung abgegeben? Es geschieht uns allen immer wieder einmal, dass wir uns abhängig machen vom Verhalten unserer Mitmenschen, von den äußeren Umständen. Dabei ist es allzu leicht, zu übersehen, dass wir selbst zuständig sind, dafür zu sorgen, dass es uns gut geht, innerhalb des Rahmens, den wir zur Verfügung haben. Das Haus instand setzen  Eine befreundete Familie hat letztes Jahr ein kleines Haus gekauft. Es fielen einige Umbauarbeiten an. Nach einiger Zeit und Energie war es geschafft: sie hatten das Haus gut instand gesetzt und es zu ihrem gemacht. Damit ein gutes Klima in einem Haus bestehen bleiben kann, pflegt man es. Ohne ausreichende Isolierung beispielsweise geht Wärmeenergie verloren, anstatt es innen warm und gemütlich zu machen. Regelmäßiges Reinigen und eine gewisse Ordnung wirken sich positiv aus. Genauso beeinflussen liebevolle Details bei der Einrichtung die Atmosphäre. Wir sind für das Klima in unserem Haus verantwortlich. So ist das auch mit unserer Familie: Wir sind für das Klima in unserer Familie verantwortlich. Das ist manchmal keine leichte Einsicht und eine wertvolle Aufgabe. Von dem Vergleich mit dem Haus können wir uns etwas abschauen. Wie ist unsere Familie „isoliert“, wie steht es um unsere Grenzen – was geht nach draußen, was kommt herein und wo verpufft Energie? Wie können wir mehr „Wärme“ in unserem Haus erzeugen oder behalten? Zu den Stichworten Reinigen und Ordnen: Was können wir loslassen, was tut uns gut und wo brauchen wir mehr Struktur und Plan? Frische Frühlingsluft darf hereinkommen, wir genießen Zeit zusammen und wir gönnen uns etwas. Diese liebevollen Details verschönern den Alltag. Kleine und größere Beiträge zum „Klimawandel“ In einer Familie in unserem Bekanntenkreis war es belastend, dass der Papa abends oft erst spät aus der Arbeit nach Hause kam. Auch am Wochenende stand vieles am Programm. Die Zeiten mit den Kindern, als Paar und als Gesamtfamilie waren sehr begrenzt, Unzufriedenheit baute sich auf und Spannungen wuchsen. Durch eine überraschende Veränderung wechselte der Vater den Arbeitsplatz. Es war nun möglich, früher daheim zu sein, wodurch er mehr am Familienleben teilhaben konnte. Ein Gewinn für alle. Das Klima in unserer Familie kann sich aber schon durch viel kleinere und unscheinbarere Beiträge zum Besseren verändern. Etwa indem wir auf das Gute ineinander schauen und uns sagen, was wir aneinander mögen. Nimm an, dass dein Gegenüber es gut meint und sein/ihr Bestes gibt. Eine gute Selbstfürsorge ist ein stabiles Fundament für unser Familien-Haus. Was wir als Eltern an Kapazitäten und Ressourcen nicht haben, können wir auch nicht weitergeben. Deshalb nicht zuletzt: Sei gut zu dir selbst!   Für mehr Freude im Leben mit Kindern! Katharina Maderthaner, MSc (Counseling) katharina.maderthaner@gmx.net  


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.