Trotzphase: Gelassenheit ist Trumpf!

Brüllen, wüten, um sich schlagen: Oft stehen Eltern hilf- und ratlos daneben, wenn Kinder im Trotzalter scheinbar unkontrollierbare Gefühlsausbrüche zeigen. 

Bild: S.Kobold/Fotolia.com

Meist beginnt sie im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren: die gefürchtete Trotzphase. Mit drei, manchmal oft auch erst mit vier Jahren ist der Spuk in den meisten Fällen wieder vorbei. Typisch sind heftige und lautstarke Wutausbrüche, Aufstampfen, um sich schlagen, sich am Boden wälzen. Manche Kinder zeigen sogar dramatische körperliche Reaktionen, bekommen einen hochroten Kopf oder geraten in Atemnot. Es gibt aber auch Kinder, die sich eher zurückziehen – der so genannte „Trotz“ äußert sich dann zum Beispiel darin, dass sie kaum sprechen oder essen. 

Der Begriff der „Trotzphase“ ist eigentlich sehr unglücklich gewählt – „Autonomiephase“ beschreibt wesentlich besser, was in diesem Alter im Kind vor sich geht. Mit eineinhalb bis zwei Jahren macht es nämlich einen großartigen Entwicklungsschritt: Es erkennt sich als eigenständiges Wesen, begreift, dass es etwas bewirken kann – und sein selbstständiger Wille erwacht. Es platzt fast vor Ideen, möchte die Welt erobern – und stößt dabei natürlich an jede Menge Grenzen. Die darauf folgende „Trotzreaktion“ zeigt in Wirklichkeit eine große innere Verzweiflung. Das Kind ist seinen Gefühlen ausgeliefert, weiß nicht mehr weiter, tobt und stampft, gerät außer sich. Verschlimmert wird das ganze noch, wenn die Kräfte nachlassen, wenn das Kind hungrig oder müde ist. 

Eltern sind in dieser Phase oft sehr gefordert. Wenn sie jedoch verstehen, was in ihren Kindern vorgeht, und dass die heftigen Gefühlsausbrüche nicht gegen sie persönlich gerichtet sind, fällt es ihnen leichter, ihrem Nachwuchs auch in schwierigen Situationen mit liebevoller Zuwendung beizustehen. Das ist natürlich umso schwieriger, wenn die eigene Anspannung und Belastung groß ist. 

Darum gilt auch für die Trotzphase:
Je gelassener die Eltern durch’s Leben gehen, desto besser kommen sie auch mit den diversen „Phasen“ ihrer Kinder zurecht!

Tipps für den Umgang mit “Trotzkindern”

Kein Anlass ist nichtig! Interview mit dem Erziehungsexperten Dr. Manfred Hofferer



Eine Antwort auf Trotzphase: Gelassenheit ist Trumpf!

  1. Nieves sagt:

    Da fällt mir sofort meine ersten Gehversuche als Jungpapa wieder ein.. Wir waren damals zu sechst. Zwei Pflegekinder, zwei Siefkinder, meine Tochter und ich. Mit den Problemen die der Pflegesohn mit sich brachte, lernte ich meine Grenzen kennen, eh sich herausstellte, dass das völlig andere Ursachen haben sollte. Man darf, denke ich das Vertrauen in sich selbst nicht verlieren.

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