Der Zivildienst als Wehrdienstersatz

Zivildienst oder Bundesheer? Was ist für mich die bessere Alternative?
Diese Frage muss jeder Wehrpflichtige für sich selbst beantworten.
Dabei entscheiden sich immer mehr junge Menschen für den Zivildienst.

Soldat und Zievildiener

Bild: Schulze/Fotolia.com

Dem Staate dienen, aber wie?
In Österreich kann der Wehrdienst seit 1975 aus Gewissensgründen verweigert werden. Der Zivildienst umfasst in der Regel Tätigkeiten im sozialen Umfeld, wie etwa in Krankenhäusern, Jugendhäusern, Altenheimen, im Rettungsdienst und Krankentransport oder in der Behindertenbetreuung. Der ordentliche Zivildienst dauert neun Monate. Etwa ein Drittel aller Männer  (2009 waren es 13.122) leisten ihren Staatsdienst als Wehrersatzdienst ab. Seit 1992 ist auch ein einjähriger Auslandsdienst möglich.
Hier findest du eine umfassende Information zum Zivildienst.


Der Zivildienst als Wehrdienstersatz

Wer es aus Gewissensgründen ablehnt, Waffengewalt gegen Menschen anzuwenden, hat das Recht, Zivildienst zu leisten – denn er würde bei der Leistung des Wehrdienstes in Gewissensnot geraten. Die Dauer des ordentlichen Zivildienstes beträgt seit 1. Jänner 2006 neun Monate.


Wer kann Zivildienst leisten?

Zivildienst als Sanitäter

Bild: Sebastian Drolshagen/Fotolia.com

Jeder männliche österreichische Staatsbürger erhält in jenem Jahr, in welchem er 18 Jahre alt wird, vom Militärkommando schriftlich eine Aufforderung zur Stellung (Musterung). Bei der Stellung werden zahlreiche medizinische Untersuchungen sowie ein psychologischer Test durchgeführt. Am Ende gibt es einen Befund über die wichtigsten Untersuchungsergebnisse und die Tauglichkeitsbescheinigung. Von der Tauglichkeit hängt die Verpflichtung zur Leistung des Präsenz- oder des Zivildienstes ab.
Das bedeutet, dass eine Zivildiensterklärung nur von jenen abgegeben werden kann, die bei der Stellung als tauglich befunden wurden.

Zivildienstleistende haben Anspruch auf eine Grundvergütung von 292,50 Euro pro Monat. Weiters sind sie kranken- und unfallversichert, von bestimmten Gebühren befreit, bekommen Naturalverpflegung und/oder Verpflegungsgeld sowie Fahrtkosten ersetzt, Dienstkleidung, Unterkunft und bei Bedarf Wohnkostenbeihilfe.

 Wo kann man Zivildienst leisten?

  • Krankenanstalten
  • Rettungswesen
  • Sozialhilfe
  • Behindertenhilfe
  •  Sozialhilfe in der Landwirtschaft
  •  Altenbetreuung
  •  Krankenbetreuung (außerhalb von Krankenanstalten)
  •  Gesundheitsvorsorge
  •  Betreuung von Drogenabhängigen
  •  Justizanstalten
  •  Betreuung von Vertriebenen, Asylwerbern, Flüchtlingen, Menschen in Schubhaft
  •  Katastrophenhilfe und Zivilschutz
  •  Tätigkeiten im Rahmen der zivilen Landesverteidigung
  •  Vorsorge für die öffentliche Sicherheit und Sicherheit im Straßenverkehr
  •  Inländische Gedenkstätten, insbesondere für Opfer des Nationalsozialismus
  •  Umweltschutz
  •  Jugendarbeit
  •  Kinderbetreuung
  •  Integration oder Beratung Fremder

Auslandsdienst
Als Ersatz für den ordentlichen Zivildienst gibt es die Möglichkeit, einen Auslandsdienst (zwölf Monate) oder Entwicklungshilfedienst (zwei Jahre) zu leisten. Verschiedene Trägerorganisationen bieten internationale Einsätze an.

Lies, wie es einem jungen Oberösterreicher im Auslandsdienst in Südafrika geht.



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